Smalltalk im Aufzug

Wer mit Kolleginnen und Kollegen in denselben Aufzug steigt oder sich darin befindet, während andere hinzukommen, kennt die Situation. Die meisten schauen betreten auf den Boden oder auf eine andere Stelle, keiner sagt ein Wort, es herrscht eine angespannte, unangenehme Atmosphäre.

Das Problem: Meist stehen mehrere Personen auf engstem Raum zusammen und wenn eine Person etwas sagt, hören die anderen mit. Außerdem ist ungewiss, wie viel man überhaupt reden kann. Die gemeinsame Fahrtzeit kann mal länger, mal sehr kurz sein.

Grüßen

Nicken oder grüßen Sie freundlich, wenn Sie in den Aufzug einsteigen und andere Personen darin antreffen. Das sollten Sie unabhängig davon tun, ob Sie die Mitfahrenden kennen oder nicht. Das lockert oft schon die Atmosphäre und entlockt vielleicht sogar jemandem den ein oder anderen Satz. Beispiel:

„Guten Morgen allerseits.“

„Hallo, Herr Müller. Schön, Sie mal wieder zu sehen.“

Nach dem Stockwerk fragen

Auf die Frage, ob der Fahrstuhl in ein bestimmtes Stockwerk fahre, werden die meisten reagieren. Das könnte ein anderer als Gesprächsaufhänger nutzen.

„Hat schon jemand die dritte Etage gedrückt?“

„Ich sehe, da will noch jemand in die dritte Etage.“

Bekannte Personen ansprechen

Wenn Sie jemanden Bekannten sehen, können Sie sagen:

„Wir sehen uns am Mittwoch beim Meeting.“ oder

„Am Donnerstag hatten wir unseren erfolgreichen Projektabschluss.“

Für mehr als eine kurze Reaktion ist die Zeit oft zu kurz.

Situation thematisieren

Sollte es beispielsweise im Aufzug eng werden, sodass die übliche Distanzzone nicht eingehalten werden kann, kann das Ansprechen auf die Situation Peinlichkeiten vermeiden. Dazu hilft ein Satz wie:

„Jetzt wird es aber eng“ oder

„Jetzt muss ich Ihnen leider etwas auf die Pelle rücken.“

Smalltalk beim Bewerbungsgespräch

Das Bewerbungsgespräch ist eine Situation, in der Smalltalk bewusst gepflegt wird.

Personalverantwortliche leiten ein Gespräch häufig mit Fragen ein, die die Atmosphäre lockern und den Dialog eröffnen. Typische Fragen sind:

„Wie fühlen Sie sich?“

„Wie war die Anreise?“

„Wie war der Empfang?“

Sich authentisch und interessiert zeigen

Smalltalk ist ein Mittel, um Sie als Person besser kennenzulernen. Damit Sie keinen schlechten ersten Eindruck hinterlassen, sollten Sie sich also keinesfalls über die schlechte Zugverbindung, den Mangel an Parkplätzen oder das miese Wetter beschweren. Bleiben Sie jedoch authentisch und zeigen Sie sich interessiert.

„Ich bin schon etwas aufgeregt. Freue mich aber sehr auf unser Gespräch.“

„Dank Ihrer Wegbeschreibung habe ich wunderbar hierher gefunden.“

„Die Dame am Empfang hat mich sehr freundlich hier in den Raum geleitet. Und Getränke wurden auch schon angeboten.“

Umgebung thematisieren

Vielleicht werden Sie in einen Raum geführt, in dem sich bereits ein Personalverantwortlicher eingefunden hat, und Sie warten mit ihm auf seine Kollegen. Dann können Sie zum Beispiel auf Gegenstände der Umgebung eingehen: Bilder, Skulpturen, das Gebäude oder andere Besonderheiten.

„Ich sehe, Sie haben hier ...“

„Von hier oben hat man einen guten Ausblick auf ...“

„Hier scheint so schön die Sonne herein.“

Smalltalk mit Kunden oder Kollegen

Wenn Sie mit Kunden, Lieferanten oder Kollegen einer anderen Niederlassung für ein geschäftliches Gespräch zusammentreffen, wird zu Beginn, in den Pausen oder am Ende des Treffens Smalltalk betrieben.

Über die Anreise sprechen

Nach einer Begrüßung bieten sich (wie beim Bewerbungsgespräch) Fragen zur Anreise an, wobei auch in dieser Situation kritische Äußerungen vermieden werden sollten. Sprechen Sie über Dinge, die mit Ihrer Anreise oder mit der Anreise Ihres Gesprächspartners zusammenhängen. Benennen Sie dabei vor allem die positiven Erlebnisse:

  • Ausstattung im ICE
  • Freundlichkeit des Personals
  • Kaum Stau auf der Straße
  • Service im Flugzeug
  • Internetzugang am Bahnhof oder Flughafen

Über Veränderungen sprechen

Wenn Sie sich schon einmal getroffen haben, können Sie (positiv) auf die Situation, das Aussehen oder die Kleidung des anderen eingehen: Was fällt Ihnen im Vergleich zum letzten Mal auf?

„Wie beim letzten Mal haben Sie schönes Wetter mitgebracht.“

„Sie haben ein schönes Halstuch. Die Farbe ... gefällt mir.“

„Sie haben heute einen warmen Mantel an. Tja, das Schmuddelwetter.“

Über die Region sprechen

Gerade Personen, die den Ort des Treffens nicht kennen, sollten Sie immer etwas über Ihre Stadt erzählen können. Damit können Sie auch gut auf eine gemeinsame Verabredung am Abend überleiten oder Sie plaudern über diese Themen beim anschließenden Geschäftsessen. Bereiten Sie sich vor, indem Sie sich vor dem Gespräch informieren über:

  • Was gibt es Neues in Ihrer Stadt?
  • Was ist an Ihrer Stadt besonders?
  • Gibt es typische Bräuche?
  • Was bietet Ihre Stadt an Kulturellem?
  • Was können Sie Besuchern empfehlen?
  • Was können Sie über die Stadtgeschichte sagen?

Beachten Sie dabei aber, dass Sie keinen Fachvortrag zu diesen Punkten halten, sondern nur eine einfache Aussage machen. Smalltalk ist ein einfacher Plausch, der Laune machen, aber nicht anstrengend sein soll.

Praxis

Sich auf typische Smalltalk-Situation vorbereiten

Üben Sie Smalltalk, wenn Sie ahnen, dass Sie in eine Smalltalk-Situation kommen:

Welche Erfahrungen haben Sie mit Smalltalk-Situationen gemacht?

  • Wie haben Sie reagiert?
  • Was haben Sie gesagt?
  • Was hätten Sie gerne gesagt?
  • Und was lieber nicht?

Reflektieren Sie Ihre Situationen oder versetzen Sie sich in folgende Situationen hinein:

Im Foyer des Unternehmens

Ihre Chefin hat den Besuch einer früheren Mitarbeiterin angekündigt. Diese erscheint früher als erwartet. Bis Ihre Chefin kommt, kümmern Sie sich um die Besucherin.

Versuchen Sie mehr über Ihren Gesprächspartner herauszufinden. Zum Beispiel:

  • Woher kommt die Person?
  • Wie war der Anfahrtsweg?
  • In welcher Abteilung hat die Person gearbeitet?

Überlegen Sie sich weitere Fragen.

Auf einer Netzwerk-Veranstaltung

Sie betreten das Lokal, in der die Netzwerk-Veranstaltung stattfindet. Dort steht eine Gruppe Ihnen unbekannter Gäste und unterhält sich. Was sollen Sie tun?

  • Beobachten Sie zuerst: Kennen sich alle in der Gruppe besonders gut? Duzen sich die Personen? Wer kennt wen? Was ist das Thema?
  • Überlegen Sie sich, was Sie ansprechen können.
  • Steigen Sie mit einer Frage ein, wenn Sie den Eindruck haben, dass dies von den anderen nicht als störend oder als Unterbrechung angesehen wird.
  • Ansonsten hören Sie einfach zu, bis eine längere Sprechpause entsteht; die anderen sind dann froh, wenn Sie das zwanglose Gespräch weiterspinnen.