ProbearbeitenFünf Tipps für den Probearbeitstag

Wie bereitet man sich auf den Probearbeitstag vor? Welche Rolle spielt das Äußere beim Probearbeiten? Wie können Bewerberinnen und Bewerber mit angemessenem Verhalten punkten? Und welche verbindlichen Absprachen werden vorab getroffen? Praktische Tipps für die Vorbereitung und den Antritt des Probearbeitstages.

Ob im Handwerk, in der Gastronomie oder in der IT – Probearbeiten ist in einigen Unternehmen fester Teil des Bewerbungsprozesses. Ziel des Arbeitens auf Probe: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bekommen einen ersten Eindruck von ihrem potenziellen neuen Arbeitsplatz. Umgekehrt erleben Arbeitgeber Bewerberinnen und Bewerber „in Aktion“.

Probearbeiten ist eine Chance für beide Seiten: Passen Unternehmen und Bewerber zusammen? Stimmt die Stellenbeschreibung mit den tatsächlichen Aufgaben überein? Bringt der Bewerber tatsächlich die Kompetenzen mit, die sich das Team von ihm versprochen hat?

Um die Chancen auf ein Beschäftigungsverhältnis zu erhöhen, zeigen sich Kandidatinnen und Kandidaten von ihrer besten Seite. Dabei helfen die folgenden Tipps.

1. Über den Arbeitgeber informieren

Für einen leichteren Gesprächseinstieg ist es wichtig, einige Details über den potenziellen neuen Arbeitgeber zu kennen. Mindestens informieren sich Bewerberinnen und Bewerber vor dem Probearbeiten über:

  • Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens
  • Unternehmensgeschichte
  • Visionen und Firmenphilosophie
  • Kunden und Zielgruppen

Wer sich zudem einen Überblick über den jeweiligen Markt verschafft, kann in persönlichen Gesprächen mit Aufgeschlossenheit und Branchenwissen punkten. Das zeugt von ehrlichem Interesse.

2. Für ein adäquates äußeres Erscheinungsbild sorgen

Mindestens am Probearbeitstag sollten Bewerberinnen und Bewerber sich angemessen kleiden. Mit einem gepflegten Äußeren signalisieren sie Ernsthaftigkeit und Wertschätzung.

In manchen Unternehmen sind Flipflops sogar im Büro kein Problem, in anderen gilt ein bestimmter Dresscode. Was später im Arbeitsalltag akzeptiert wird, muss allerdings nicht für das Probearbeiten gelten. Am Probearbeitstag kleiden sich Bewerberinnen und Bewerber stets etwas eleganter als die Mitarbeitenden vor Ort.

Wer allerdings im Anzug auftaucht und sich damit zu stark von locker gekleideten Mitarbeitenden abhebt, der wirkt deplatziert. Dann kommt unweigerlich die Frage auf: Passt er oder sie überhaupt zu uns?

Deshalb ist es wichtig, sich vorher über Gepflogenheiten im Team und über das Image des Unternehmens zu informieren. Meist genügt eine kurze Google-Bildersuche oder ein Blick auf die Website des Unternehmens. Noch besser ist, wenn man sich vorher beim Bewerbungsgespräch einen persönlichen Eindruck verschaffen konnte.

3. Klare Absprachen treffen

Schon vor dem Antritt des Probearbeitstages sollten Bewerberinnen und Bewerber mit dem Arbeitgeber absprechen:

  • Wie lange dauert das Probearbeiten? (Einen Tag, mehrere Tage oder einige Stunden?)
  • Welche Aufgaben werden am Probearbeitstag ausgeführt?
  • Wo findet der Probearbeitstag statt?
  • Gibt es eine Aufwandsentschädigung für das Probearbeiten? (Zum Beispiel die Erstattung von Reisekosten)

Wer ganz sichergehen will, dass sich beide Parteien an die Absprachen halten, der schließt einen Vertrag über das Probearbeiten ab. Der Vertrag enthält mindestens die Antworten auf die genannten Fragen.

Außerdem sollten Sie beachten: Befindet sich der potenzielle Arbeitnehmer auf Jobsuche oder bezieht er Sozialleistungen, muss er den Probearbeitstag eventuell bei der Agentur für Arbeit anmelden.

Tipp

Beim Probearbeiten greift die Unfallversicherung

Das Bundessozialgericht hat in einem Urteil vom 20.08.2019 entschieden, dass Bewerberinnen und Bewerber gesetzlich unfallversichert sind, wenn Sie beim Probearbeiten einen Unfall haben. (Das offizielle Aktenzeichen lautet: B 2 U 1/18 R.)

4. Auf den Probearbeitstag vorbereiten

Am Probearbeitstag zeigen ambitionierte Bewerberinnen und Bewerber, dass sie nicht nur motiviert und leistungsfähig sind, sondern sich auch fachlich und persönlich für die Tätigkeit eignen.

Daher ist es wichtig, das eigene Fachwissen aus dem Studium oder der Berufsausbildung ein paar Tage vor dem Probearbeitstag aufzufrischen. Manchmal reicht es schon aus, vorhanden Unterlagen durchzulesen, in einem Fachbuch zu schmökern oder im Netz über neueste Erkenntnisse aus der Branche zu recherchieren.

Dieser Tipp ist gerade für Quereinsteiger und Menschen wichtig, die eine längere berufliche Auszeit hinter sich haben – zum Beispiel nach einigen Jahren der Kinderbetreuung oder Ähnlichem.

5. Kommunikationsregeln beachten

Beim Probearbeiten zählen neben dem fachlichen Know-how die persönlichen Stärken. Ein professionelles und selbstsicheres Auftreten ist wichtig. Daher prägen sich Bewerberinnen und Bewerber folgende Grundsätze ein:

  • Ich lasse mein Gegenüber ausreden.
  • Ich lächle häufig.
  • Ich spreche nicht zu leise und achte auf eine deutliche Aussprache.
  • Ich spreche nicht zu viel und nicht zu schnell.

Während des Probearbeitens reflektiert die Bewerberin oder der Bewerber regelmäßig: Halte ich mich an die Regeln?

Unternehmen beobachten potenzielle neue Mitarbeitende genau. Der respektvolle Umgang mit (künftigen) Kolleginnen und Kollegen ist eine der Voraussetzungen für eine mögliche Einstellung. Dieser Aspekt spielt gerade nach der Bewerbung um eine Stelle als Führungskraft eine wichtige Rolle.

Viele Vorgesetzte fragen ihr Team, welchen ersten Eindruck sie von der Kandidatin oder dem Kandidaten gewonnen haben. Es lohnt sich daher, bei den Personen, die man bei der Probearbeit kennenlernt, mit einer sympathischen und offenen Art zu punkten.

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