WerbungFlyer entwickeln – von der Idee bis zum Druck

Flyer sollen Informationen einfach und anschaulich vermitteln. Selbst Laien können sie erstellen, wenn wie dabei schrittweise vorgehen.

Der Flyer ist immer noch eines der meistgenutzten Marketinginstrumente. Er ist flexibel einsetzbar, kann schnell und überall verteilt werden und erzeugt Aufmerksamkeit. Der Flyer wird in die Hand genommen, mitgenommen, in die Tasche gesteckt, an die Wand gepinnt, bleibt in Erinnerung.

Selbst Laien können einen Flyer erstellen. Oft rückt dabei die Gestaltung des Flyers am Rechner in den Mittelpunkt der Arbeit. Es wird leicht übersehen, dass ein Flyer nicht nur gut aussehen soll. Der Flyer soll vor allem eine Wirkung erzeugen. Die Entwicklung eines Flyers sollte deshalb schrittweise erfolgen.

Rahmenbedingungen klären

Sind Anlass und Thema des Flyers klar, kommt es auf die Rahmenbedingungen an. Wichtig sind vor allem Antworten auf diese Fragen:

  • Welche Gesetze oder (externe oder innerbetriebliche) Vorgaben sind zu beachten? Was muss in jedem Fall gewährleistet sein?
  • Wie sehen „Markt“ und „Wettbewerb“ aus? Stehen der Flyer und das, was er bewirbt, in Konkurrenz zu anderen, vergleichbaren Angeboten? Welche sind das? Was zeichnet diese aus?
  • Was erwarten Zielgruppen und Leser des Flyers allgemein vom Unternehmen? Was wollen Sie wissen, wenn Sie den Flyer lesen? Welche Informationen erwarten sie dort?
  • Welches Image hat das Unternehmen oder das Projekt im Umfeld?
  • Wer muss alles einbezogen, befragt, informiert oder beteiligt werden?
  • Welches Budget und wie viel Zeit stehen zur Verfügung?
  • Wann muss der Flyer fertig sein?

Ziele und Zielgruppe bestimmen

Was soll mit dem Flyer erreicht werden? Soll mit dem Flyer informiert werden? Soll jemand überzeugt oder gar umgestimmt werden? Geht es um Meinungsbildung oder um die Auslösung eines bestimmten Verhaltens wie beispielsweise Kauf, Anmeldung oder Befürwortung bei einer Abstimmung? Aus den Antworten auf solche Fragen leiten sich die Ziele ab, die mit dem Flyer erreicht werden sollen. Je konkreter, desto besser. Beispiele für Ziele können sein:

  • Der Leser des Flyers soll über Termin und Ort einer Veranstaltung informiert werden.
  • Der Leser soll erfahren, welche Vorteile ein Produkt für ihn hat.
  • Der Leser soll etwas kaufen, weil es gerade sehr günstig ist.
  • Der Leser soll für ein Thema sensibilisiert werden; er soll Informationen erhalten, die seine Meinung beeinflussen könnten.

Welche Ziele in welcher Form wichtig sind, hängt von der Zielgruppe ab, die Sie erreichen wollen. Diese lässt sich durch Antworten auf diese Fragen identifizieren:

  • Wer soll den Flyer lesen?
  • In Bezug auf wen sind die Ziele relevant?
  • Wer wird am meisten von den Informationen profitieren?
  • Wer ist von dem Thema betroffen?

Dabei ist zu beachten, dass der Flyer nicht nur von der Zielgruppe wahrgenommen wird. Auch andere Personen, die nicht angesprochen werden sollen oder die nicht direkt betroffen sind, werden den Flyer lesen – und sich eine Meinung bilden.

Kernbotschaft ermitteln

Wenn Ziele und Zielgruppe klar sind, lässt sich eine Kernbotschaft formulieren. Sie drückt in einem Satz aus, was der Leser unbedingt wissen muss. Das bringt die Ziele auf den Punkt und macht gleichzeitig klar, worum es im Flyer vor allem gehen soll. Eine Kernbotschaft verschafft inhaltliche Orientierung, wenn es im nächsten Schritt um die Zusammenstellung und Aufbereitung der Inhalte geht. Und sie hilft, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Beispiele für Kernbotschaften können sein:

  • Dieses Produkt ist umweltfreundlich.
  • Mit diesem Projekt verbessern wir die Prozesse in unserem Unternehmen.
  • Die Veranstaltung findet statt am ...
  • Diese Woche gibt es das Produkt zum Sparpreis.
  • Wir haben neu eröffnet.

Ob eine Kernbotschaft zu den Zielen und den Zielgruppen passt und ob die Botschaft wirklich ankommt, lässt sich meistens nur durch Tests herausfinden.

Text und Sprache

Alle Informationen, die für den Leser wichtig sind, werden im Flyer zu Text. Welche Informationen das sind, hängt vom Wissenstand der Zielgruppe ab und von der Situation, in der sich Sie der Leser befindet, wenn er den Flyer liest. Die Reihenfolge der Informationen und der Textteile ergibt die Textstruktur. Hier gilt die Regel: Kommen Sie schnell zur Sache! Schon der Titel muss ausdrücken, worum es geht oder was behauptet wird. Im weiteren Verlauf des Textes gibt es Antworten auf die W-Fragen (wer, wie, wo, wann, warum, wofür). Der Leser erwartet dort Belege, Gründe und vor allem Nutzen und Vorteile für sich.

Sprache und Tonalität sind beim Texten ebenfalls sehr wichtig. Der Leser soll Sie verstehen und sich für die Worte interessieren, die Sie an ihn richten. Die Tonalität des Textes beeinflusst, wie diese Worte wirken. Sachliche oder technische Begriffe kommen anders an als emotionale. Wortwahl und Formulierungen müssen zum Thema und zum Unternehmen passen und die Zielgruppe ansprechen.

Layout und Gestaltung

Sind die einzelnen Inhalte des Flyers klar, müssen sie im Flyer ihre Gestalt finden. Dazu zählen alle technischen Aspekte des Layouts: Form, Größe, Hochformat oder Querformat, Umfang, Falzart, Satzspiegel, Ränder, Aufteilung von Text und Bild, Schriftart, Farben und Raster. Die Gestaltungsidee sollte zunächst per Hand skizziert werden. Das verhindert, dass Sie von der Fülle an Gestaltungsoptionen eines Layout-Programms erschlagen werden.

Eine besondere Bedeutung haben Bilder. Bilder werden schneller wahrgenommen als Text, erregen Aufmerksamkeit und bewirken Emotionen – zum Thema und zum Unternehmen. Beachten Sie: Für einen hochwertigen Flyer benötigt man hochwertiges Bildmaterial. Nichts verunstaltet ein Printmedium mehr als schlecht aufgenommene Fotografien. Dabei muss das Motiv zum Inhalt, zur Zielsetzung und zur Zielgruppe passen.

Es ist sehr anspruchsvoll, alle visuellen Elemente des Flyers optimal aufeinander abzustimmen. Hier ist eine Fülle von handwerklichen Regeln zu beachten wie beispielsweise: Lesbarkeit der Schrift, Farben, die zusammenpassen und wirken, Auflösung eines Fotos oder die Anordnung der Elemente auf der Seite. Im Zweifel sollte ein Experte die Gestaltung übernehmen.

Vorbereiten des Drucks

Ist der der Flyer fertig gestaltet, kann er zur Druckerei. Die Druckerei braucht Vorgaben zu: Papier (Oberfläche und Stärke), Weiterverarbeitung durch Falten, Heften oder Binden, Veredelung durch Lackieren, Kaschieren, Stanzen oder Prägen und die Zahl der Exemplare, die zu drucken sind. Die Druckerei erwartet meist eine druckfertige PDF-Datei.

Professionelle Layout-Programme oder spezielle Software für die Druckvorbereitung können eine solche Datei erzeugen. Wichtig ist, dass die verwendeten Schriftarten eingebettet werden und die Auflösung der Grafiken hoch ist. Bevor der Druck erfolgt, sollte man bei höheren Auflagen ein Exemplar prüfen (Proof) und erst dann die Druckfreigabe erteilen.

Dazu im Management-Handbuch

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