TeilzeitarbeitDas Teilzeit- und Befristungsgesetz

Nach einer Richtlinie des Europarats von 1997 sollen europaweit einheitliche Mindeststandards für die Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmern in Teilzeit gelten. Damit möchte die Politik die Teilzeitarbeit fördern und Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten vermeiden. Alle Berufsgruppen sind dabei eingeschlossen. Und auch qualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte sollen die Möglichkeit haben, in Teilzeit zu arbeiten. In Deutschland ist 2001 deshalb das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) in Kraft getreten. 

In Österreich ist die Teilzeitarbeit in § 19d des Arbeitszeitgesetz (AZG) geregelt. In der Schweiz sind die rechtlichen Grundlagen für Vollzeitarbeitsverhältnisse für Mitarbeiter in Teilzeit anwendbar.

Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht soll das TzBfG dazu beitragen, die Beschäftigung zu sichern und aufzubauen, also Beschäftigungspotenziale zu nutzen. Daneben gibt es familienpolitische und gleichstellungspolitische Ziele wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen und Männern. Außerdem sollen so unterschiedliche Lebensentwürfe besser berücksichtigt werden.

Diese Ziele sollen erreicht werden, indem die Akzeptanz für Teilzeitarbeit erhöht, die Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten vermieden, die Rechte der Arbeitnehmer bezüglich eines Wechsels von Vollzeit- zu Teilzeitarbeit und umgekehrt gestärkt und die Möglichkeiten der Teilzeitarbeit transparent gemacht werden.

Politische und soziale Institutionen machen auf die Vorteile von Teilzeitarbeit aufmerksam:

  • Unternehmen sind vor dem Hintergrund der Globalisierung und Digitalisierung des Wirtschaftslebens sowie des Strukturwandels flexibler. Mitarbeiter in Teilzeit können bei Maschinenlaufzeiten, Betriebs-, Service- und Öffnungszeiten individuell eingesetzt werden.
  • Durch die Besetzung von Teilzeitstellen schöpfen Unternehmen in der Praxis das Beschäftigungspotenzial von Frauen, Arbeitslosen und Personen aus der Stillen Reserve besser aus.
  • Unternehmen werden attraktiver, wenn sie verschiedene Arbeitszeitmodelle anbieten und binden so ihre Mitarbeiter.
  • Unternehmen profitieren von wirtschaftlichen Vorteilen, da Mitarbeiter in Teilzeit durchschnittlich produktiver und effektiver arbeiten.
  • Mitarbeiter haben mehr Zeitsouveränität, wodurch sie ausgeglichener sind und so Fluktuation und Fehlzeiten sinken.

Laut Politik belasten die Regelungen zur Teilzeitarbeit Arbeitgeber nicht unzumutbar.

Und trotzdem, Teilzeitarbeit hat auch Nachteile:

  • Mit der Zahl von Teilzeitkräften im Unternehmen steigen die Lohnnebenkosten.  
  • Mit der Zahl von Teilzeitkräften steigen der Verwaltungsaufwand und die Organisation innerhalb des Unternehmens (Absprachen, Arbeitsplätze und Arbeitsmittel), aber auch zwischen den Mitarbeitern (Kommunikation).
  • Teilzeitarbeiter haben trotz gesetzlicher Regelungen in der Praxis weniger Aufstiegsmöglichkeiten und nehmen seltener an Fortbildungen teil als Mitarbeiter in Vollzeit.
  • Mitarbeiter in Teilzeit haben ein geringes Einkommen, von dem allein viele nicht leben können.
  • Die Arbeit in Teilzeit mindert die Rentenhöhe. Eine dauerhafte Beschäftigung in Teilzeit kann zur Altersarmut führen.
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