E-CommerceDie wichtigsten Aufgaben beim Aufbau eines Online-Shops

Wer seine Produkte nicht nur im Laden, sondern auch online verkaufen möchte, braucht einen Online-Shop. Der ist heutzutage schnell erstellt und auch die Kosten sind überschaubar. Dabei gibt es wichtige Aufgaben, die beachtet werden müssen.

Rechtliche Grundlagen klären

Zunächst gilt es, die rechtlichen Grundlagen zu klären. Bevor ein Gewerbe angemeldet werden kann, muss die Gesellschaftsform des Unternehmens bestimmt und natürlich gegründet werden. Darüber hinaus gibt es im E-Commerce zahlreiche Bestimmungen, die eingehalten und vorbereitet werden müssen. Dazu zählen der Einbau eines Button-Textes „Jetzt kostenpflichtig bestellen“, den jeder Kunde vor dem Abschließen des Bestellvorgangs klicken muss, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und ein Impressum.

Rechtsform des Unternehmens

Mögliche Rechtsformen für einen Online-Shop sind die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die Unternehmergesellschaft (UG), die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder das Einzelunternehmen. Wenn ein Haftungsrisiko besteht, sollte immer ein Unternehmen mit beschränkter Haftung gegründet werden. Hier ist es ratsam, sich beispielsweise bei der Handelskammer über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren und individuell beraten zu lassen.

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Die AGB bilden den rechtlichen Rahmen für Verträge mit den Kunden. Händler, die direkt an private Kunden verkaufen, sind in Deutschland dazu verpflichtet, AGB zu verwenden und darin Angaben wie die Rücknahmebedingungen oder das Widerrufsrecht zu integrieren. Dabei ist der Käufer beim Vertragsschluss eindeutig auf die AGB hinzuweisen.

Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Seit den im Mai 2018 eingeführten Regelungen zur DSGVO müssen den Kunden zudem bestimmte Informationen zum Umgang mit ihren personenbezogenen Daten mitgeteilt werden. Das gilt für jedes Unternehmen, das im Internet tätig ist. Dies umfasst unter anderem die Pflicht, ein Verzeichnis zu den Datenverarbeitungstätigkeiten zu führen, die Kunden über jegliche Nutzung der Daten zu informieren und gegebenenfalls einen Datenschutzbeauftragten zu ernennen.

Impressum

Ein Impressum ist auf jeder Webseite Pflicht und muss folgende Aspekte beinhalten:

  • Vollständiger Name
  • Anschrift
  • Telefonnummer und E-Mail-Adresse
  • Angaben zur Rechtsform
  • Register und Registernummer (bei einem Eintrag in einem öffentlichen Register wie dem Handelsregister)
  • Aufsichtsbehörde (wenn eine behördliche Zulassung vorgeschrieben ist)
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Wirtschafts-Identifikationsnummer
  • Bei juristischen Personen: Geschäftsführung oder Vorstand

Miet- oder Kaufsoftware für den Online-Shop auswählen

Wenn es an die Einrichtung des Online-Shops geht, muss zunächst festgelegt werden, welches System dafür verwendet werden soll. Je nach Budget und Anforderungen kommen hier ein Open-Source-Shopsystem, eine Mietsoftware oder eine Kaufsoftware infrage.

Für Unternehmen mit einem kleinen Budget empfiehlt es sich, einen vorgefertigten Shop-Baukasten zu wählen. Diese Systeme können bei verschiedenen Providern gemietet werden und sind nicht nur günstig, sondern auch einfach zu konfigurieren. Ihr Nachteil ist jedoch die geringe Anpassungsfähigkeit, da es hier feste Vorgaben der Shop-Anbieter gibt. Gut bewertete Anbieter für Mietshops sind unter anderem Jimdo, 1&1 E-Shop, STRATO und Shopware. Zudem ist WooCommerce – ein kostenloses WordPress-Plugin – ideal für kleine Shops mit wenigen Produkten.

Bei professionellen Systemen sind der Aufwand und die Kosten zwar höher, sie bieten aber auch viel mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Hier kommen sowohl eine Kaufsoftware als auch Open-Source-Lösungen infrage. Beide Optionen setzen jedoch Programmierkenntnisse voraus, sodass Sie gegebenenfalls einen Webdesigner oder Webentwickler engagieren müssen, der den Shop einrichtet und pflegt. Als gut bewertete Shop-Systeme zur Selbstverwaltung gelten unter anderem OXID eShop, Magento, Gambio und OpenCart.

Nutzerfreundlichen Bestellvorgang einrichten

Muss sich ein Kunde durch zu viele Seiten klicken, bevor er seinen Bestellvorgang abschließen kann, wird der Kauf schnell abgebrochen. Somit ist ein zügiger und reibungsloser Bestellprozess unabdingbar für einen erfolgreichen Online-Shop. Dafür gilt es, die Schritte im Check-Out-Prozess auf das Notwendige zu reduzieren. Etwa zwei bis vier Klicks zwischen dem Ablegen eines Produkts im Einkaufswagen und dem Abschließen des Bestellvorgangs gelten als benutzerfreundlich.

Um es dem Kunden so bequem wie möglich zu machen, sollten zudem verschiedene Zahlungsarten integriert werden. Die wichtigsten Zahlungsarten sind dabei Vorkasse, Rechnung, Lastschrift, PayPal und Kreditkarte. Für viele Kunden stellt die Zahlung per Rechnung die sicherste Option dar – gleichzeitig ist die Methode die unsicherste für den Händler, da die Zahlung sich gegebenenfalls verzögern kann. Hier können externe Zahlungsabwickler wie billsafe oder billpay beauftragt werden, die das Risiko des Rechnungsausfalls übernehmen.

Die Zahlungen über PayPal oder Kreditkarte zählen zu den schnellsten und bequemsten Möglichkeiten für die Kunden. PayPal hat sich dabei in den letzten Jahren als größter Anbieter von elektronischen Zahlungen etabliert und ermöglicht den Kunden sowohl eine schnelle Bezahlung als auch einen Käuferschutz. Für den Händler fallen dabei jedoch Gebühren pro Buchung an. Diese stehen wiederum bei Kreditkartenzahlungen nicht an. Allerdings müssen sich Online-Händler für diese Bezahlmethode aufwendig zertifizieren lassen. Somit sollte für die Integration von Kreditkartenzahlungen im Online-Shop ein paar Wochen Vorlauf eingeplant werden.

Nach Abschluss des Kaufvorgangs ist es wichtig, den Kunden über die weiteren Schritte in der Bestellabwicklung zu informieren. Dies gibt dem Käufer Sicherheit und weckt Vertrauen zum Unternehmen. Die Käufer sollten per E-Mail über den aktuellen Status der Bestellung benachrichtigt werden. Dazu zählt zum Beispiel der Eingang der Bestellung und der Zahlung im Unternehmen, die Übergabe an Logistikpartner und gegebenenfalls eine Nachricht zum Versandstatus und zur Lieferzeit.

Service anbieten

Mindestens genauso wichtig wie die Webseite mit dem eigenen Online-Shop ist ein exzellenter Kundenservice drumherum. Dieser beginnt bereits damit, Informationen rund um die Produkte und den Bestellvorgang bereitzustellen. Denn alle Fragen der Kunden sollten im Optimalfall bereits im Online-Shop beantwortet werden. Dies kann zum Beispiel durch eine Sammlung häufig gestellter Fragen in einem FAQ-Bereich, durch Produktvideos oder durch einen eigenen Blog kreativ integriert werden. Mit diesen Beiträgen und Informationen können eventuelle Fragen der Kunden beantwortet und eine intensive und professionelle Auseinandersetzung mit den relevanten Themen angeboten werden.

Darüber hinaus gehört eine Kontaktmöglichkeit zu einem guten Service im Online-Shop. Das ist gerade für den E-Commerce von großer Bedeutung: Denn dies ist online der einzige direkte Berührungspunkt zwischen dem Kunden und Ihrem Unternehmen. Sie sollten für die Kunden per E-Mail oder telefonisch immer erreichbar sein. Im direkten Kontakt kommt es dann vor allem auf Schnelligkeit und Professionalität an.

Marketing betreiben

Nachdem alle rechtlichen, technischen und organisatorischen Aufgaben geklärt sind, müssen im nächsten Schritt die Marketing-Maßnahmen geplant werden. Damit möglichst viele Kunden Ihren Online-Shop besuchen, ist es vor allem wichtig, in den Suchmaschinenergebnissen weit oben zu erscheinen.

Keywords und Beschreibungen für Suchmaschinen optimieren

Dafür ist es elementar, relevante Keywords, nach denen potenzielle Kunden suchen, zu ermitteln. Die Suchbegriffe sollten gezielt in Titeln, Beschreibungen und jeglichen Inhalten der Webseite eingepflegt werden, denn das erhöht die Auffindbarkeit der Seiten für Suchmaschinen.

Anzeigen schalten

Eine weitere Möglichkeit, in Suchmaschinen wie Google gefunden zu werden, sind Anzeigen (zum Beispiel Google AdWords). Dies ist insbesondere für kleine Unternehmen recht kostspielig, kann aber die Besucherzahl des Online-Shops deutlich erhöhen.

Bei Social Media aktiv sein

Zudem empfiehlt es sich, mindestens auf einem für die Zielgruppe relevanten sozialen Netzwerk aktiv zu sein und Schnittstellen zum Online-Shop herzustellen. So werden die Produkte auf den sozialen Kanälen stimmungsvoll und „in Aktion“ gezeigt und die potenziellen Kunden auf die Webseite weitergeleitet.

Marktplätze als weitere Vertriebskanäle nutzen

Zusätzlich können je nach Produkt auch Marktplätze wie Amazon, Ebay oder Etsy genutzt werden, um die Auffindbarkeit zu erhöhen. Dafür sollten dann auch entsprechende Schnittstellen im Online-Shop eingefügt werden.

Dazu im Management-Handbuch

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