InnovationsmanagementKill Your Company – in 4 Schritten zu mehr Innovation

Wie funktioniert Kill Your Company? Welche vorbereitenden Maßnahmen sind wichtig? Wir erklären, wie man die Methode Schritt für Schritt anwendet. Anhand eines Beispiels werden die Vorteile der Innovationsmethode deutlich. Lernen Sie, wie man ein Produkt basierend auf Kill Your Company entwickelt.

Mit der „Kill Your Company“-Methode erkennen Sie mögliche Risiken für Ihr Unternehmen oder Ihre Geschäftsbereiche, bevor entsprechende Szenarien eintreten. So kommen Sie Mitbewerbern zuvor und entwickeln neue Strategien.

Wofür steht Kill Your Company?

Mit einer Art Gedankenspiel wird das eigene Unternehmen – in der Theorie – vom Markt verdrängt. Dieser drastische Schritt führt zu neuen Erkenntnissen. Das so gewonnene Wissen setzen Sie ein, um Mitbewerbern zuvorzukommen und Marktlücken zu erkennen.

Die Methode lässt sich sehr gut in den Prozess des Design Thinkings integrieren – am besten gleich zu Beginn einer neuen Phase; insbesondere für die Phasen Discovery, Problemdefinition und Ideengenerierung.

Sie betrachten Ihr Unternehmen aus einem neuen Blickwinkel. Auf diese Weise erkennen Sie Schwächen schneller, die Sie potenziell Ihre Marktstellung kosten könnten. Die Ziele: Innovation, Optimierung und Zukunftssicherheit für das ganze Unternehmen.

Vorbereiten auf Kill Your Company

Wie bereitet man sich optimal auf die „Kill Your Company“-Methode vor?

Das Team einbeziehen

Im Team ist man bekanntlich kreativer als allein. Stellen Sie im Vorfeld sicher, dass Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihnen vertrauen.

Die Beschäftigten müssen eigene Ansichten, Bedenken und Einwände offen aussprechen dürfen – ohne anschließend Kritik oder irgendwelche Nachteile im Arbeitsalltag zu befürchten. So gehen Sie sicher, dass verschiedene Sichtweisen mit in die Überlegungen einfließen.

Erklären Sie die Methode und legen Sie dar, was Sie sich von Kill Your Company versprechen. Bitten Sie Ihre Mitarbeiter darum, sich im Vorfeld gezielt über Mitbewerber und jüngste Entwicklungen in der Branche zu informieren. Abseits des Marketings befassen sich die meisten Beschäftigten nicht intensiv mit dem aktuellen Marktgeschehen, sondern mit dem Tagesgeschäft.

Gehen Sie im Team nicht nur auf aktuelle Konkurrenten ein, sondern auch auf bereits vom Markt verdrängte Unternehmen und auf potenzielle Newcomer.

Schwachstellen im Unternehmen finden

Überlegen Sie sich Szenarien, die Ihr Unternehmen vorübergehend oder nachhaltig schwächen würden. Es spielt keine Rolle, ob Sie aktuell Marktführer sind oder nur ein Anbieter von vielen. Es besteht jederzeit das Risiko, eine Marktlücke zu übersehen oder Veränderungen zu spät zu bemerken.

Eine heute erfolgreiche Taktik kann morgen schon nicht mehr zeitgemäß sein. Denken Sie nur an Videotheken, die längst von Streamingdiensten abgelöst wurden.

Kill Your Company anwenden in 4 Schritten

Schritt 1: Mitbewerber analysieren

Überlegen Sie sich, welche Mitbewerber es gibt und welche Ziele diese verfolgen. Hierbei geht es weniger um die Momentaufnahme als um die Konkurrenz der Zukunft.

Wer könnte seinen Wirkungskreis erweitern, wachsen oder anderweitig den Druck innerhalb Ihrer Branche erhöhen?

Achten Sie nicht nur auf namhafte Unternehmen, sondern recherchieren Sie auch Informationen über Start-ups und – je nach Branche – über neu angemeldete Patente, Werbekampagnen und aktuelle Stellenangebote. Daran lässt sich oftmals ablesen, inwiefern ein Unternehmen sich verändern möchte oder schon verändert hat.

Schritt 2: Szenarien überlegen

Denken Sie darüber nach, welche Szenarien eintreten können, die den Wert Ihrer Produkte mindern oder sie sogar überflüssig machen würden. Hierbei kann es sich um branchenspezifische Gründe handeln, aber auch um:

  • politische Entscheidungen
  • Gesetzesänderungen
  • unvorhergesehene Katastrophen oder Ereignisse (Krieg, Naturkatastrophe, …)
  • neue oder veränderte Trends
  • neue Technologien
  • gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen (jüngst zum Beispiel die Abkehr von Geschlechterrollen, …)

Schritt 3: Veränderte Kundenwünsche bedenken

Überlegen Sie sich jetzt: Für wen haben meine Produkte oder Dienstleistungen keinen Wert mehr, wenn ein bestimmtes Szenario eintritt? Und warum? Denken Sie im Idealfall nicht nur über Kunden nach, sondern auch über Partner und Mitarbeiter.

Welchen Wert hat Ihr Produkt noch, wenn eines der in Schritt 2 überlegten Szenarien eintritt? Finden sich dann noch Käufer? Falls ja: Wie viele? Und wie lange noch?

Schritt 4: Maßnahmen definieren

Hier handelt es sich um den wichtigsten Schritt von Kill Your Company. Sammeln Sie im Team Ideen, um dem Eintritt möglicher negativer Szenarien vorzubeugen oder Probleme zu lösen. Wir erläutern Schritt 4 anhand eines Beispiels:

Beispiel: Maßnahmen definieren nach Kill Your Company

Sie verkaufen hochwertige Fahrräder. Aktuell gibt es Lieferschwierigkeiten aufgrund eines anhaltenden Materialmangels. Wegen der Inflation geht man davon aus, dass gerade die teuren Räder zukünftig seltener verkauft werden. Ihre Zielgruppe benötigt weiterhin hochwertige Räder; allerdings ist das persönliche Budget knapper.

Zudem beobachten Sie den anhaltenden Trend hin zu „leihen statt kaufen“. Das spart Ressourcen sowie Geld und schont die Umwelt.

Nun entwickeln Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Konzept, welches neben dem Verkauf auch das Verleihen von Fahrrädern ermöglicht.

Die Räder könnten zum Beispiel monatsweise oder zum festen Jahresbeitrag vermietet werden. Verfügen Sie über eine Werkstatt und entsprechendes Fachpersonal, ist die Wartung sowie Reparatur für Abo-Kunden inklusive.

Alle 4 Schritte an unserem Beispiel veranschaulicht:

© www.business-wissen.de
Kill Your Company: 4 Schritte am Beispiel erklärt

Mit Kill Your Company ein Produkt entwerfen

Die Methode eignet sich nicht nur für Konzepte und Optimierungen im gesamten Unternehmen, sondern auch für einzelne Produkte. Gibt es ein Produkt, das laut Ihrer Analysen mit Kill Your Company besonders bedroht ist?

Dann entwickeln Sie ein neues oder verändertes, innovatives Produkt, um den Wettbewerbern zuvorzukommen. Erstellen Sie einen Prototyp, aus dem man kurzfristig das neue Produkt entwickeln kann. Falls der Prototyp zu gegebener Zeit nicht mehr zu den neuen Gegebenheiten passt, müssen Sie nicht ganz am Anfang beginnen. Die Vorarbeit wurde bereits geleistet.

Der Vorteil bei diesem Vorgehen: Sie sind der Konkurrenz eine Nasenlänge voraus, weil Sie schneller auf Veränderungen reagieren können.

Dazu im Management-Handbuch

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