ÜbersichtBeschäftigungsmöglichkeiten für Studierende

Praktikum, Minijob, Werkstudent oder Freelancer: Unternehmen haben mehrere Möglichkeiten, wie sie Studierende beschäftigen können.

Unternehmen beschäftigen Studierende aus vielerlei Gründen. So können Studierende bei speziellen Projekten unterstützen, für die Abarbeitung von Spitzen eingesetzt oder auch längerfristig eingebunden werden. In allen Fällen besteht die Chance, sich bei guter Zusammenarbeit auch als potentieller Arbeitgeber nach dem Studium zu platzieren, was in Zeiten des „War for talents“ wichtiger denn je ist. Doch selbst, wenn es nicht zu einer Zusammenarbeit nach dem Studium kommt, profitieren Firmen unmittelbar von den neuen Denkanstößen der motivierten und gut ausgebildeten Arbeitskräfte. In diesem Artikel werden die gängigsten Formen der Zusammenarbeit kurz vorgestellt.

Praktikum

Während eines Praktikums arbeiten Studierende in der Regel Vollzeit, also etwa 40 Stunden in der Woche. Für Unternehmen ist die tägliche Anwesenheit ein großer Vorteil. Unternehmen sollte aber stets bewusst sein, dass Studierende im Praktikum etwas lernen wollen. Stupides Abarbeiten von anspruchslosen Aufgaben ist entsprechend unbeliebt. Um zu vermeiden, dass sich Praktikanten im Unternehmen unwohl fühlen, sollten regelmäßig Feedback-Gespräche geführt werden.

Für Unternehmen macht es einen Unterschied, ob es sich um ein Pflichtpraktikum handelt oder um ein freiwilliges Praktikum. Bei einem Pflichtpraktikum läuft die Versicherung über die Hochschule und dem Studierenden steht kein gesetzlicher Mindestlohn zu – unabhängig von der Länge des Praktikums und der Anzahl an Wochenstunden.

Bei einem freiwilligen Praktikum, das drei Monate oder länger dauert, muss mindestens der gesetzliche Mindestlohn bezahlt werden. Ebenso muss sich das Unternehmen um die Sozialversicherung kümmern. Freiwillige Praktika unter drei Monaten sind dagegen relativ unkompliziert. Die Vergütung muss sich nicht am Mindeslohn orientieren und es ist nur die Meldung bei der Unfallversicherung erforderlich. Auch wenn kein gesetzlicher Mindestlohn zusteht, ist es dennoch ratsam, eine angemessene Aufwandsentschädigung zu zahlen. Das ist nicht nur fair, sondern führt in der Regel auch zu deutlich mehr Motivation bei den Nachwuchskräften.

Geringfügige Beschäftigung (Minijob)

Die geringfügige Beschäftigung ist beliebt, weil sie für beide Seiten unkompliziert ist. Für Studierende gibt es zwei Arten von Minijobs. Beim klassischen 450-Euro-Job dürfen Studierende monatlich nicht mehr als 450 Euro verdienen. Die Dauer der Beschäftigung ist nicht beschränkt. Daneben gibt es noch den kurzfristigen Minijob. Beim kurzfristigen Minijob dürfen studentische Aushilfen unbegrenzt viel verdienen, dürfen aber nur 70 Arbeitstage oder drei Monate pro Jahr arbeiten. Diese Art der Einstellung bietet sich vor allem in den Semesterferien an, da Studierende in der Vorlesungszeit seitens der Hochschule und der Krankenkasse generell nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Tun sie es doch, können sie ihren Studentenstatus verlieren.

Bei einem klassischen 450-Euro-Job müssen Unternehmen mit etwa 30 Prozent Sozialversicherungsabgaben auf den Lohn des Studierenden rechnen. Bei einer kurzfristigen Beschäftigung fallen keine Sozialversicherungsabgaben an, dafür ist die Besteuerung (Lohnsteuer) für die Studierenden höher. Das Gehalt beim kurzfristigen Minijob kann nach der individuellen Steuerklasse des Studierenden oder unter bestimmten Voraussetzungen pauschal in Höhe von 25 Prozent versteuert werden.

Werkstudenten

Studierende als Werkstudenten einzustellen, ist so etwas wie der Klassiker unter den Beschäftigungsformen. Werkstudenten arbeiten als Teilzeitkräfte mit bis zu 20 Stunden pro Woche. Für Werkstudenten besteht ein Anspruch auf Mindestlohn. Je nach Komplexität der Aufgaben sind höhere Löhne zwischen 10 und 20 Euro pro Stunde üblich. Die Beiträge zur Rentenversicherung tragen Unternehmen und Beschäftigte zu gleichen Teilen. Die Krankenversicherung übernimmt der Studierende derweil selbst. Studierende werden meist in einem studiennahen Tätigkeitsbereich eingesetzt, um das volle Potential des Werkstudenten auszuschöpfen.

Studentische Freelancer

Studentische Freelancer sind aus arbeitsrechtlicher Sicht die einfachste Variante für Unternehmen. Die Studierenden stellen nach getaner Arbeit eine Rechnung und das Unternehmen muss sich um keinerlei Sozialversicherungsabgaben kümmern. Studentische Freelancer eignen sich vor allem für zeitlich begrenzte Projekte wie beispielsweise der Erstellung von Werbemitteln oder Webseiten. Ebenfalls verbreitet ist ihr Einsatz in den Bereichen Social Media, Online Marketing und Texten und wenn spezielle Fähigkeiten gesucht werden, zum Beispiel Programmiersprachen.

Dass Studierende vermehrt auf freier Basis arbeiten, ist eine logische Konsequenz aus den Bedürfnissen und Ansprüchen der Generationen Y und Z an die Arbeitswelt: Schließlich ist Flexibilität vielen Studierenden heute wichtiger als ein sicheres Einkommen. Die unternehmerische Denkweise der Freelancer kann für Firmen von großem Vorteil sein, da studentische Freelancer in der Regel ein ausgeprägtes Gefühl für den Business Value einer Aufgabe haben.

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