PräsentationWie Sie einen Vortrag spannend und interessant gestalten

Stellen Sie Ihre Zuhörer in den Mittelpunkt Ihres Vortrags und erfahren Sie das Geheimnis einer lebendigen und spannenden Präsentation.

Eine Präsentation will die Zuhörer erreichen und überzeugen. Dazu sollte die Präsentation folgende Kriterien erfüllen:

  • klare Struktur und roter Faden
  • verständlich in Inhalt und Sprache
  • lebendig, spannend und emotional vorgetragen
  • bringt Nutzen für die Teilnehmer
  • Redner wirkt kompetent
  • Passion beim Präsentierenden ist spürbar

Wenn Sie die folgenden Tipps beachten, werden auch Ihre Präsentationen und Vorträge diese Kriterien erfüllen.

Klassischen Aufbau wählen

Wie bei einem Schulaufsatz brauchen Sie eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss. Die Einleitung dient dazu, das Eis zwischen Ihnen und den Zuhörern zu brechen und die Zuhörer für sich zu gewinnen. Die Einleitung muss also spannend sein und neugierig machen. Auf keinen Fall sollten Sie mit langweiligen Floskeln beginnen wie zum Beispiel: „Es freut mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind.“

Praxistipp für den Einstieg

Beginnen Sie mit einem überraschenden Einstieg, beispielsweise einer Geschichte oder einer spannenden Behauptung. Dadurch werden die Zuhörer sofort aufmerksam. Wenn Grußworte oder organisatorische Hinweise nötig sind, sprechen Sie diese erst danach aus.

Der Hauptteil muss vor allem logisch aufgebaut sein und verständlich formuliert sein, so dass ihn alle Anwesenden verstehen. Reduzieren Sie den Hauptteil auf maximal drei Inhaltspunkte, um das Publikum nicht zu überfordern. Wenn Sie ein Produkt verkaufen, sind das beispielsweise die drei wichtigsten Verkaufsargumente.

Den Abschluss der Präsentation bildet ein starker Schlusssatz, mit dem Sie das Gesagte nochmals mit einer Aussage in die Köpfe bringen. Enden Sie niemals mit „Danke für Ihre Aufmerksamkeit!“ oder ähnlich langweiligen Floskeln. Sie nehmen Ihrem Vortrag damit jegliche Wirkung.

Verständliche Sprache verwenden

Lange, verschachtelte Sätze, womöglich monoton gesprochen, können vom Publikum nur sehr schwer verarbeitet werden. Ein guter Redner vermeidet Nebensätze, Fachausdrücke, Fremdwörter und Abkürzungen so weit wie möglich. Verwenden Sie stattdessen eine bildhafte und emotionale Sprache mit kurzen Sätzen.

Unser Gehirn verarbeitet Sprache in Form von Bildern. Komplexe Wörter lassen sich nicht in Bilder übersetzen. Das ist der Grund, warum weniger hängen bleibt. Je einfacher und bildhafter Sie formulieren, desto einprägsamer sind Ihre Worte.

Präsentation planen

Die Ursache vieler langweiliger Präsentationen liegt in der Vorgehensweise, wie die Folien ausgewählt und erstellt werden. Oft werden die Folien einfach aus früheren Präsentationen verwendet. Die Folien werden kopiert aus Vorträgen von Kollegen oder aus älteren eigenen Präsentationen, dann aneinandergereiht, hier und da werden sie ein wenig verändert und manchmal schreibt der Präsentierende auch noch seine eigenen Notizen auf die Folien.

Praxistipp: Planung auf Papier

Planen Sie Ihre Präsentation erst auf dem Papier. Am besten verwenden Sie dafür kleine Zettel, die Sie auf dem Schreibtisch verteilen und so lange sortieren können, bis die Struktur stimmt. Erst dann erstellen Sie die Folien mit einem Präsentationsprogramm wie etwa PowerPoint.

Überlegen Sie zu jeder Folie, was Ihr konkretes Ziel ist und wie Sie die Anzahl der Wörter auf den Folien reduzieren können. Verwenden Sie keine ganzen Sätze. Stichwörter wirken stärker als ganze Sätze. Noch besser als Stichwörter sind Bilder.

Der gesprochene Text sollte auf den Folien nicht wiederholt werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Wirkung des gesprochenen Textes verschlechtert, wenn der Text zusätzlich auf der Folie steht. Folien dürfen den Redner immer nur unterstützen, nie zur Hauptsache werden.

Präsentation mehrmals üben

Bereiten Sie sich auf die Präsentation vor, indem Sie den Vortrag mehrmals laut üben. Je besser Sie vorbereitet sind, desto sicherer werden Sie sein. Beim mehrmaligen Üben werden Sie leicht feststellen, wo Verbesserungen im Aufbau und der Verständlichkeit nötig sind. Sie verbessern die Stimmigkeit der Präsentation und damit die Überzeugungskraft.

Wenn Sie eine Präsentation mehrfach üben, werden mit jedem Durchgang Körpersprache und Stimme besser. Sie werden lebendiger und spannender sprechen und so die Teilnehmer für sich gewinnen und überzeugen.

Achten Sie darauf, dass Sie genügend Zeit haben, um die Präsentation ausreichend vorzubereiten und zu üben. Reicht die Zeit nicht, kann es besser sein, den Vortrag abzusagen oder zu verschieben. Eine Präsentation entscheidet schließlich auch über künftige Aufträge und Ihren Erfolg. Die dafür notwendige Zeit ist gut investiert.

Auf nonverbale Kommunikation achten

Sie werden vom Publikum vom Auftritt bis zum Abgang beobachtet. Ihr Auftreten wird mindestens so aufmerksam wahrgenommen wie das, was Sie sagen. Doch während des Vortrags müssen Sie sich auf den Inhalt und Ihr Publikum konzentrieren. Sie können nicht auch noch an Ihre Körpersprache und Stimme denken. Was ist die Lösung?

Nutzen Sie die oben angesprochenen Übungsdurchgänge, um gezielt auf Ihre nonverbale Kommunikation zu achten. Das Ziel ist, dass Gesten, Bewegungen und Variationen der Sprachmodulation automatisch ablaufen. Sie sollen während des Vortrags nicht mehr daran denken müssen.

Die richtige Körperhaltung einnehmen

Der erste Eindruck entsteht in weniger als einer Sechstelsekunde und entscheidet maßgeblich über Ihr Image. In diesem kurzen Moment zählt vor allem Ihre Haltung.

  • Stehen Sie gerade mit aufrechtem Oberkörper, die Füße parallel und schulterbreit auseinander.
  • Senken Sie Ihre Nase weder devot noch heben Sie sie arrogant.
  • Lassen Sie Ihre Hände seitlich am Körper hängen, solange Sie noch nicht sprechen.
  • Kurz bevor Sie zu sprechen beginnen, legen Sie Ihre Hände auf Hüfthöhe locker ineinander; aus dieser Position heraus können Sie Gesten machen.
  • Gestikulieren Sie viel, aber ruhig.
  • Nehmen Sie immer wieder die Grundhaltung ein.

Manche Körperhaltungen und Gesten sollten Sie unbedingt vermeiden, weil sie sich negativ auf den Gesamteindruck des Redners auswirken, zum Beispiel die Hand in der Hosentasche, ein verdrehter Fuß oder der erhobene Zeigefinger. Insbesondere Frauen neigen dazu, einen Fuß stark wegzudrehen oder die Beine im Stehen übereinander zu schlagen. Trainieren Sie sich dies ab! Viele Präsentierende stehen instabil auf einem Bein, den anderen Fuß nur auf der Fußspitze oder auf der Ferse. Sie richten damit ihre Fußsohle gegen das Publikum, was sie unsicher wirken lässt.

Der erhobene Zeigefinger oder ein Blick über die Brille erzeugt beim Publikum den Eindruck, es habe es mit einem strengen Lehrer zu tun. Berührungen im Gesicht zeugen von Unsicherheit, Unbehagen und im schlimmsten Fall von Unwahrheit. Fassen Sie sich deshalb nicht immer gleich ins Gesicht, selbst wenn es Sie einmal jucken sollte.

Blickkontakt suchen

Halten Sie so lange Blickkontakt, bis Sie wirklich Kontakt spüren, jedoch nicht aufdringlich lange: Mindestens zwei, maximal sieben Sekunden sind optimal. Sehen Sie alle Teilnehmer an, vergessen Sie insbesondere nicht diejenigen, die im hinteren Bereich des Raums sitzen, damit sich niemand benachteiligt fühlt. Bei großen Gruppen reicht es, eine Person in den hinteren Reihen anzusehen. So fühlen sich mehrere eingebunden.

Praxistipp: Kraft von Aussagen steigern

Betonen Sie wichtige Aussagen dadurch, dass Sie einen festen Blickkontakt herstellen und einige Momente über das Satzende hinaus aufrechterhalten. So steigern Sie die Kraft Ihrer Aussage.

Laut und verständlich sprechen

Sprechen Sie laut und mit vollem Ton und artikulieren Sie deutlich und präzise. Ihr Publikum sollte Sie verstehen können und nicht rätseln müssen, was Sie gesagt haben, weil Sie zu leise sprechen oder nuscheln. Je lebendiger und abwechslungsreicher Sie sprechen, desto lieber hört man Ihnen zu. Durch eine gezielte Betonung machen Sie deutlich, welche Aussagen Ihnen besonders wichtig sind.

Nicht zu viel argumentieren

Verwenden Sie zu viele Argumente, kann sich Widerstand im Publikum breit machen. Sagen Sie dagegen nur so viel wie nötig, um neugierig zu machen. So steigt das Interesse und Sie argumentieren niemanden nieder.

Praxistipp: Wirkung des Gesagten steigern

Bauen Sie Ihre wichtigen Aussagen so um, dass das Wichtigste am Ende des Satzes steht. Machen Sie eine kurze Pause, bevor Sie das Wichtige aussprechen. Beispiel: Statt „Wir hatten 500 Millionen Euro Umsatz letztes Jahr“ sagen Sie: „Letztes Jahr hatten wir einen Umsatz von … 500 Millionen Euro.“ Die Pause erhöht die Wirkung, die letzten Worte klingen nach.

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