PräsentationstechnikPräsentationen humorvoll gestalten und Zuhörer für sich gewinnen

Die Hauptziele jeder Präsentation sollten sein, die Informationen verständlich an die Teilnehmer weiter zu geben und die Zuhörer dabei nicht zu langweilen. Aber gerade Letzteres geschieht sehr oft und auch die Informationsvermittlung leidet so darunter. Mit Humor kann es gelingen, die Zuhörer bei Laune zu halten. Dann bleiben Sie und Ihre Präsentation in guter Erinnerung.

Sobald Teilnehmer einer Präsentation die Aufmerksamkeit verlieren, schweifen deren Gedanken ganz automatisch ab und sie denken an alle möglichen anderen Dinge des Alltags. Oder noch schlimmer, sie verfallen ungewollt in einen Sekundenschlaf. Das sollten gute Redner bzw. Präsentierende gekonnt verhindern.

Die Emotionalisierung von Inhalten kann die entscheidende Hilfe dabei sein. Eine sehr erfolgreiche Methode der Emotionalisierung ist Humor. Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt, Kabarettist und Humortrainer, weiß, was Emotionen bewirken:

„Emotionen sind der Schlüssel zum Verständnis und zum Gedächtnis gleichermaßen. Dummerweise ist bis heute speziell an der Universität, aber auch bei Kongressen, Tagungen und Feierlichkeiten ein Stil üblich, dessen oberstes Gebot zu sein scheint: keine Emotionen, nur objektive Information.“

Humor

Humor (lat. [h]umor = Feuchtigkeit, Saft; in der Antike im Sinne einer richtigen Mischung der Körpersäfte, die zu einer guten Stimmung verhilft) gilt auf den ersten Blick als eine Fähigkeit, ein Lachen hervorrufen zu können. Als humorvoll werden daher oft Personen bezeichnet, die andere zum Lachen bringen.

Wikipedia

Es gibt Menschen, die scheinen zum Humor geboren zu sein. Sie haben das Talent, einen Lacher nach dem anderen zu erzeugen. Aber selbst Leuten, denen es schwer fällt, andere zu erheitern, können lernen, Humor in ihre Präsentation zu bringen. Wichtig ist, viel zu üben, neue Dinge auszuprobieren und zu analysieren, welche Art des Humors bei wem am besten ankommt.

Der Erfolg einer Präsentation hängt in vielen Fällen von der Vorbereitung ab. Im Vorfeld sollten Sie einige Überlegungen anstellen:

  • Was ist das Ziel?
  • Was sollten die Teilnehmer danach wissen oder besser machen können?
  • Mit welchen Hilfsmitteln kann ich dies erreichen?
  • Wie viel Zeit habe ich und wie sieht der Raum aus, in dem ich präsentiere?
  • Und sehr wichtig: Welche Zielgruppe will ich erreichen?

Die Abstimmung auf die Zielgruppe ist insofern wichtig, da jede Zielgruppe ihre eigene Art von Humor hat. Der Humorfaktor kann vom Bildungsniveau, dem sozialen Status, dem Ort und der Berufsgruppe geprägt sein. Ganz gezielte Fragestellungen helfen bei der Auswahl des richtigen Humors, mit dem die Präsentation aufgefrischt werden kann:

  • Worüber lacht die Zielgruppe?
  • Welcher Humor ist in der entsprechenden Branche passend / unpassend?
  • Welche Beispiele, Metaphern und Analogien gibt es, die das Thema der Präsentation auf humorvolle Art transportieren?
  • An welcher Stelle kann ich humorvolle Bemerkungen einfließen lassen?
  • Wie kann ich humorvoll auf Einwände oder Widerstände reagieren?
  • Wie können der eigene Auftritt und das Erscheinungsbild durch Humor positiv beeinflusst werden?

Wer sich bei der Vorbereitung zu sehr auf den Inhalt der Präsentation konzentriert, macht einen Fehler. Denn: Die Wirkung eines Menschen auf andere kommt nicht nur davon was er sagt, sondern auch von dem Klang seiner Stimme und von seiner äußeren Erscheinung. Manche Sozialpsychologen meinen sogar, das diese emotionalen Elemente die rationalen bei weitem übersteigen. Die Schlussfolgerung lautet somit: Mit einem netten Lächeln können Sie für die Wirkung der Präsentation mehr erreichen als mit weiteren Charts und Excel-Tabellen. Dr. von Hirschhausen rät:

„Sie wollen das Kostbarste von Ihrem Publikum: Aufmerksamkeit! Stellen Sie sich Ihren Vortrag wie einen kleinen Flirt vor, ein platonisch-erotisches Aufeinandertreffen. Am besten, Sie suchen sich einzelne Augenpaare, die halbwegs wach und freundlich zurückschauen. Damit der Funke überspringt, tun Sie genau das, was Sie auch bei einem einzelnen Menschen tun würden, um einen sympathischen Eindruck zu machen: anschauen und lächeln. Und dann erst den Mund aufmachen.“

Zur Vorbereitung ist es wichtig, einen Ablaufplan zu entwerfen, beispielsweise mithilfe eines Drehbuches. In diesem Drehbuch beschreiben Sie den Einstieg, Hauptteil und den Abschluss. Darin sind die witzigen Teile enthalten, die nichts mit dem eigentlichen Inhalt der Präsentation zu tun haben.

Um alles gekonnt rüber zu bringen, sollten Sie Ihre Präsentation vorher proben. Suchen Sie sich jemanden aus der Kollegschaft oder im Bekanntenkreis, dem Sie die Show präsentieren. So fallen Hemmungen und bei der Live-Demonstration vor den Zuhörern besitzen Sie schon eine gewisse Routine.

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Deshalb ist die Begrüßung besonders wichtig. Achten Sie darauf, dass Sie gleich zu Beginn positiv wirken und den Teilnehmern so wenig wie möglich Angriffsfläche bieten. Denn der Beginn entscheidet darüber, wie die Präsentation weiter verläuft. Menschen lassen sich nicht ein paar Minuten Zeit, um sich ein Urteil über Sie zu bilden, sie nehmen sich dafür in ihrem Unterbewusstsein nur wenige Sekunden. Aus diesem Grund sollten Sie die ersten Sekunden mit höchster Aufmerksamkeit planen.

Schon zu Beginn der Präsentation sollten Sie Humor zeigen.

Eine formelle Begrüßung, wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder „Verehrte Anwesende“ ist zwar korrekt, aber leider nicht sehr lebendig. Die Präsentation beginnt mit einer Ernsthaftigkeit, die Sie nur schwer wieder in ein anderes, humorvolles Licht rücken können. Damit die Situation nicht von Anfang an trocken ist, kann bereits bei der Eröffnung das Thema der Präsentation aufgegriffen werden. Bei einer Produktpräsentation zum Beispiel: „Liebe Wissbegierige des Produktes XY“.

Nach der Begrüßung folgt der Einstieg in das Thema. Mit einem guten Aufhänger können Sie ein Bild erzeugen, das Interesse weckt. Das weiß auch der Humorexperte Dr. von Hirschhausen:

„Vor dem inhaltlichen Einstieg eine kleine Begrüßung, ein Auftauen, ein Scherz auch auf eigene Kosten ist Gold wert. Je spezifischer dieser Einstieg zu Ihnen, dem Publikum und der Situation passt, desto besser. Zur Vorbereitung kurz überlegen: Was verbindet die Menschen hier, was haben sie gemeinsam erlebt, welche Themen beschäftigen sie. Eine nette Bemerkung über die Stadt, die Taxifahrt, die Kaffeepause, den bisherigen Höhepunkt des Kongresses etc. zahlt sich aus.“

Überlegen Sie sich etwas Besonderes:

  • eine Metapher,
  • eine Geschichte,
  • eine persönliche Anekdote,
  • ein Beispiel,
  • eine Provokation oder
  • einen Witz.

Mit einem Witz in das Thema einzusteigen, birgt allerdings ein Risiko. Denn: Wenn der Witz nicht zur Zielgruppe passt, wird der Einstieg zum Flop. Einen passenden Witz zu finden, ist sehr schwierig, deshalb verzichten Sie besser darauf. Der Witz muss auch thematisch passen und eine Brücke zum Thema darstellen. Besteht keine Verbindung, ist das reine Zeitverschwendung, was kontraproduktiv wirken kann.

Humorvoll zu präsentieren heißt nicht, den Clown zu spielen

Humor ist hingegen unbedingt erlaubt, auch bei ernsten Themen. Es ist ein Irrglaube, dass sich Humor und Seriosität gegenseitig ausschließen würden. Die Befürchtung, Glaubwürdigkeit und fachliche Kompetenz zu verlieren ist unbegründet. Als Redner oder Präsentator sollten Sie jedoch authentisch sein. Sich zu verstellen, einen Comedian im Fernsehen nachzuahmen oder den Clown zu spielen ist nicht das Ziel. Es geht darum, Ihren persönlichen Sinn für Humor darzustellen und auf das Publikum zu übertragen. Es muss nicht gleich schallendes Gelächter sein - ein Schmunzeln reicht zunächst aus.

Ist der Einstieg gelungen, kann der Hauptteil gar nicht mehr so schwierig werden. Der Hauptteil enthält sachliche und seriöse Informationen und diese sollten Sie unterhaltend vermitteln. Da der Hauptteil der Präsentation normalerweise den längsten Teil bildet, sollten Sie an die Aufmerksamkeitsspanne der Zuhörer denken und sie immer wieder aus ihren Gedanken zurück holen. Mit einer positiven Emotionalisierung durch Humor ist es sehr einfach, die Aufmerksamkeit zu erhalten. Die fachlichen Beiträge können Sie mit einem Beispiel, einem Cartoon oder einer kleinen persönlichen Anekdote würzen.

Eine beliebte Form des Humors ist, über seine eigene Person oder die eigenen Fehler Witze zu machen. Denn wer sich selbst nicht so ernst nimmt und über sich lachen kann, wirkt gleich viel sympathischer. Wer mit scheinbaren Schwächen offen umgeht, kann daraus sogar eine Stärke machen. Sozusagen ein Markenzeichen. Wie Verona Pooth, die wegen ihrer grammatikalischen Schwächen kritisiert und belächelt wurde. Sie konnte daraus eine Stärke machen und setzte diese in Werbespots ein mit dem Spruch: „Hier werden Sie geholfen“.

Beispiele für eine humorvoll gestaltete Präsentation:

Abkürzungen

Die Businesswelt kann sich kaum retten vor Abkürzungen und Akronymen. Versuchen Sie doch einmal eine zum Thema der Präsentation passende Abkürzung in etwas Witziges umzuwandeln. Wenn Sie beispielsweise eine Präsentation halten, in der es um Teams geht, könnten Sie aus dem Wort TEAM Folgendes machen:

T – Toll

E – ein

A – anderer

M – macht´s

Schlagzeilen

Wenn gerade passende Schlagzeilen in der Boulevardpresse kursieren, greifen Sie diese auf. Die tatsächliche Schlagzeile können Sie auch um eine fiktive Meldung erweitern, die eine noch humorvollere Zuspitzung enthält.

Selbstironie

Als IT-Spezialist könnten Sie zu Beginn Ihres Vortrages erwähnen, dass es ja bekannt ist, dass sich IT-Spezialisten nur selten in ganzen Sätzen ausdrücken, Sie aber dennoch probieren werden, das Publikum in der nächsten halben Stunde nicht zu langweilen.

Grundsätzlich können Sie alles, was Sie als Einstieg benutzen, auch für den Abschluss verwenden. Es ist gut, wenn Sie hier noch einmal einen Treffer landen, denn der letzte Eindruck bleibt in Erinnerung. Wenn Sie eine humorvolle Anekdote zu Beginn erzählt haben, bietet es sich an, die gleiche Geschichte weiter zu erzählen. Ebenso ist es bei der Verwendung von Zitaten. Hier ist es sinnvoll einen Bogen zum Einstieg zu schlagen. Das vermittelt allen das Gefühl einer runden Veranstaltung.

Am Ende wird es auch meistens noch interaktiv. Das heißt, es werden Fragen gestellt und eine Diskussion entsteht. Hier gilt es auf die Fragen einzugehen und schlagfertig zu sein. Auch bei schwierigen Fragen und Einwänden ist Humor ein gutes Mittel, die Situation zu entschärfen und die Stimmung nicht kippen zu lassen.

Aus Fehlern lernen

Um eine Präsentation zu bewerten, darf die Nachbereitung nicht fehlen. Wenn Sie öfter präsentieren müssen, dient die Nachbereitung dazu, Fehler, die gemacht worden sind, nicht zu wiederholen und Verbesserungen zu entwickeln. Bezüglich des Humors sollten Sie sich Folgendes fragen:

  • Wie war der Humorfaktor?
  • Haben meine Teilnehmer gelacht?
  • Hat der Humor funktioniert?
  • Wo kann ich in Zukunft weitere Humorpunkte sammeln?

Von Präsentation zu Präsentation werden Sie damit sicherer und souveräner im Umgang mit Humor. Das Gute ist, Sie können die gleichen witzigen Elemente jedes Mal wieder verwenden, wenn Sie ein neues Publikum haben, denn für dieses sind die humorvollen Teile der Präsentation ja noch unbekannt. Wählen Sie ein paar Standards aus, die gut ankommen und integrieren Sie diese in jede Ihrer Präsentationen.

Quellen

Dazu im Management-Handbuch

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