Zuhören im GesprächKommunikation durch Zuhören verbessern

Kommunikation, das Gespräch mit anderen Menschen gelingt nur, wenn Sprechen und Zuhören gleichwertig sind. Doch gerade Führungskräften fällt es schwer, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ehrlich zuzuhören. Dabei hätte das positive Effekte – nicht nur für eine gute Beziehung.

Warum Zuhören für die Gesprächsführung wichtig ist

Wer anderen zuhört, wird von diesen mehr geschätzt. Auch Führungskräfte wissen, dass sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr zuhören sollten – viele tun es aber dennoch nicht. Doch wer richtig zuhört, erfährt Neues und achtet auf Details. Wer seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern richtig zuhört, fördert die Problemlösekompetenz.

Aufmerksames Zuhören ist eine unterschätzte Fertigkeit. Führungskräfte, die aufmerksam und aktivierend zuhören, können die Potenziale der Mitarbeiter intensiver entfalten. Das führt nicht nur zu besseren Ergebnissen, sondern steigert auch die Zufriedenheit im Kollegenkreis. Dabei kann jeder Mensch Zuhören schnell und einfach erlernen – wenn man dazu die Bereitschaft hat. Schließlich ist das Zuhören ein wesentlicher Bestandteil gelingender Kommunikation.

Kommunikation

Kommunikation ist der Prozess, durch den Informationen von einem Sender zu einem Empfänger über ein Medium oder einen Kanal übermittelt werden.

„Kommunikation“ entstammt dem Lateinischen und steht für Mitteilung, Verbindung, Anteil nehmen und in Gemeinschaft treten. Unter Kommunikation wird auch eine Sozialhandlung zwischen Menschen verstanden. Unter anderem werden Informationen, Gefühle, Gedanken, Bedeutungen, Werte und Einstellungen von einer Person oder Gruppe auf eine andere Person oder Gruppe übertragen. Das Ziel ist die Gestaltung von sozialen Beziehungen mittels sprachlicher oder auch nicht-sprachlicher Informationsübermittlung (Gestik, Mimik, Symbole).

Warum Zuhören schwerfällt

Echtes Zuhören beginnt mit der wertfreien und vorurteilsfreien Aufnahme des Gesagten. Das fällt Führungskräften besonders schwer. Schließlich ist es die Aufgabe einer Führungskraft, Lösungen zu finden und Verantwortung zu übernehmen. Sie beginnt mit der Lösungssuche aber meist zu früh, also noch während die andere Person spricht. Schildert der Gesprächspartner ein Problem, wird im Kopf der Führungskraft schon ein Handlungs- und Denkmuster aktiviert. Die Situation wird sofort bewertet, die Frage nach Schuld und Verantwortung gestellt, nach Lösungen im Sinne des Unternehmens gesucht. Eventuell sorgt sich die Führungskraft schon um Folgen für die eigene Stellung im Unternehmen.

Sobald eine Information bei der Führungskraft ankommt, wird eine Bewertung durchgeführt. Dadurch gibt es kaum Raum für eine Vertiefung des Gesprächs. Wenn die Führungskraft bereits an Lösungen denkt, Urteile fällt und Schuld zuschreibt, hat echtes Zuhören keinen Platz. Die vorschnelle Beurteilung einer Situation führt leicht zu einer falschen Entscheidung. Wenn die Führungskraft eine Situation nur aus der eigenen Haltung und Erfahrung heraus beurteilt, erfährt sie nicht, wie der Gesprächspartner die Dinge sieht, und der Gesprächspartner wird nicht ermutigt, eigene Ideen zu entwickeln. Das betrifft insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Führungskraft.

Praxis

Fragen Sie sich selbst: Wie lange denken Sie eine Situation durch, ohne in die Bewertungsfalle zu tappen?

Dehnen Sie diese Zeit aus. Lernen Sie, wertfrei zuzuhören. Es ist einfacher, als Sie denken. Machen Sie es sich in Zukunft immer sofort bewusst, wenn Sie vorschnell urteilen und werten. Führen Sie dazu ein Akzeptanztagebuch. Im Rahmen einer Selbstreflexion können Sie nach jedem Gespräch mit anderen Personen Ihre akzeptierende Haltung beobachten und im Tagebuch eintragen. Ebenso können Sie sich fragen, welche Hintergründe es für diese Haltung gibt, also welche Hindernisse Ihnen im Weg stehen bei diesem Thema und diesem Gesprächspartner in eine akzeptierende Haltung zu gehen.