Beschäftigte über 50Ältere Mitarbeiter integrieren

Wie integrieren und fördern Unternehmen ältere Beschäftigte? Welche Vorteile ergeben sich daraus für Arbeitgeber? Erfahren Sie, welche Maßnahmen den Arbeitsalltag der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erleichtern. Außerdem: Mittel zur Effizienzsteigerung durch mehr Zufriedenheit.

Vorteile für Unternehmen durch ältere Mitarbeiter

Aufgrund der demografischen Entwicklung hat die Förderung und Integration älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine große Bedeutung.

Beschäftigte ab 50 Jahren verfügen über viel Erfahrung, langjährig gepflegte und breit gefächerte Netzwerke und hohe Disziplin. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein und sind loyal. Diese Eigenschaften fehlen jüngeren Beschäftigten oft noch. Daher üben ältere Beschäftigte auch eine Vorbildfunktion im Team aus.

Weitere Vorteile sind folgende soziale Kompetenzen:

  • Empathie
  • Teamfähigkeit
  • Lebensreife
  • Konflikthandling
  • Pflichtbewusstsein

Von diesen Stärken der älteren Beschäftigten profitiert das Arbeitsklima und die Kommunikation im Team.

Wie ältere Beschäftigte besser integriert werden

Im Kern müssen dafür die Prozesse für Personalbeschaffung, Personalbindung, Personalentwicklung und den Personaleinsatz den Bedürfnissen und Anforderungen älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerecht werden.

Von größter Bedeutung ist die Akzeptanz und Integration älterer Beschäftigter in Teams. Dies muss von Mitarbeitergruppen auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Instrumenten und Maßnahmen erreicht werden.

Beispiele dafür sind:

  • altersgerechte Weiterbildungsangebote
  • individuelle Förderung älterer Beschäftigter mit Einzelcoachings
  • Zusammenstellung und Förderung altersgemischter Teams
  • Anforderungsprofile und Neuausrichtungen in der Personalrekrutierung
  • individuelle und altersgerechte Gesundheitsförderung
  • Motivations- und Anreizsystem zur Wissens- und Erfahrungsweitergabe
  • altersspezifische Maßnahmen zur Arbeitsergonomie und zum Arbeitsschutz
  • spezielle Arbeitszeitmodelle für ältere Beschäftigte
  • Instrumente zum Erfahrungs- und Know-how-Transfer
  • Schulung, Training und Sensibilisierung der Führungskräfte
  • altersspezifische Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung

Zur Nachhaltigkeit und Akzeptanz eines solchen Konzepts müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte bei Maßnahmen eingebunden werden. Diese Maßnahmen werden von der Personalentwicklung (Human Resource, HR-Abteilung) federführend organisiert und vom Management mitgetragen und unterstützt.

Eine Schlüsselrolle kommt aber in der täglichen Umsetzung und Führungsweise den Vorgesetzten zu. Sie sind dazu aufgerufen, Vorurteile abzulegen und die Integration nachhaltig zu fördern und voranzutreiben.

Älteren Beschäftigten den Arbeitsalltag erleichtern

Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind teilweise nicht mehr so stark belastbar wie ihre jüngeren Kolleginnen und Kollegen. Mit folgenden Maßnahmen fördern Unternehmen effizientes Arbeiten und die Zufriedenheit der älteren Belegschaft.

1. Arbeitsplatz gesundheitsfördernd gestalten

Die Beleuchtung am Arbeitsplatz älterer Mitarbeiter sollte nicht nur hell, sondern auch dimmbar und blendfrei sein. Hochwertige künstliche Lichtquellen ergänzen das Tageslicht.

Viele ältere Menschen reagieren empfindlich auf Zugluft und Kälte. Einem trockenen Raumklima beugt man mithilfe von regelmäßigem Stoßlüften vor.

Ergonomische Möbel und eine moderne technische Ausstattung fördern das Wohlbefinden.

Bildschirmpausen ermöglichen die effektive Erholung. Gerade ältere Mitarbeiter sind zwar nach wie vor leistungsfähig, benötigen aber tendenziell mehr kurze Pausen. Eine Kaffeeküche, ein Balkon oder eine Terrasse oder ein spezieller Pausenraum werden zur Verfügung gestellt. Hierher ziehen sich Mitarbeiter zurück, die eine kleine Auszeit benötigen.

2. Ruhige Arbeitsumgebung schaffen

Die Konzentrationsfähigkeit lässt bei vielen Menschen im Alter nach. Daher ist es wichtig, dass ältere Mitarbeiter einen ruhigen Arbeitsplatz haben. Gespräche finden in der Kaffeeküche oder dem Pausenraum statt. Für Diskussionen im Team werden gezielt Termine eingeplant.

Müssen Mitarbeiter häufig telefonieren oder nehmen sie an vielen Meetings teil, nutzen sie einen separaten Raum. Dann funktioniert konzentriertes Arbeiten besser.

3. Flexible Arbeitszeiten und Teilzeitarbeit einführen

Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben häufiger Arzttermine und sind oftmals familiär eingebunden. Können Sie sich den Arbeitsbeginn aussuchen und zwischendurch den Arbeitsplatz flexibel verlassen, steigert das die Zufriedenheit.

Einige ältere Beschäftigte wünschen sich mehr Zeit für Hobbys und die Familie. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren von einer dauerhaften Reduzierung der Arbeitszeit. Motivation und Leistungsbereitschaft steigen, wenn Ältere auf Wunsch kürzer oder weniger arbeiten dürfen.

Unternehmen sollten klar kommunizieren: Wer seine Vollzeitzeitstelle aufgeben möchte und zu einer Teilzeitstelle wechselt, bekommt diese Möglichkeit. Abgeklärt werden muss, ob eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitsstunden auch für ältere Beschäftigte in Führungspositionen realisierbar ist.

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