Gestresste FührungskräfteMit TRE® Panikattacken loswerden

Die TRE® Methode hilft, durch gezielte körperliche Übungen Stress und Ängste abzubauen – und so Panikattacken loszuwerden. Die Übungen eignen sich für alle und können gut in den Alltag integriert werden.

Erfolgreiche und leistungsorientierte Menschen leiden besonders häufig unter Panikattacken. Die TRE® Methode hilft mit körperlichen Übungen, Stress und Ängste zu lösen, damit keine Panikattacken mehr entstehen. Wie funktioniert die Methode und warum?

Was eine Panikattacke ist

Eine Panikattacke ist eine Körperreaktion auf ein Ereignis, das biologisch gesehen als Gefahr wahrgenommen wird. Plötzliches Herzrasen, Zittern, Schwitzen, ein Engegefühl in der Brust, Verspüren von Atemlosigkeit oder Hyperventilation und Schwindel sind Symptome einer Panikattacke. Der Mensch reagiert dann instinktiv und nicht mit dem Verstand. Was passiert genau im Körper?

Bei einer vermeintlichen Gefahr werden Stresshormone ausgeschüttet. Sie versetzen den Körper in Alarmbereitschaft: Das Energielevel fährt hoch, die Herzfrequenz steigt, die Muskeln spannen an. Selbst wenn die Betroffenen dabei keinen besonderen Stress fühlen, gilt das nicht für Psyche und Körper.

Auf Dauerstress folgen Panikattacken

Die Krux ist: Menschen versuchen lange, kräftezehrende Phasen zu tolerieren. Schließlich sind Panikattacken nicht lebensgefährlich. Außerdem werden Symptome beim ersten Erleben einer Panikattacke oft falsch gedeutet. Während die körperliche Aktivierung dem Menschen früher das Leben gerettet hat, als er vor wilden Tieren wegrennen oder sich ihrer erwehren musste, gerät der Mensch heute in eine Hochspannungsschleife. Gerade Führungskräfte erleben ihren Alltag als „Daueralarm“.

Wenn Stresssituationen aber zum Dauerzustand werden, macht das müde und krank – und endet nicht selten in Panikattacken. Der Körper ist ausgebrannt, die Akkus sind leer und der Körper steht trotzdem unter Strom. Zu den heftigen körperlichen Reaktionen kommt die Angst vor dem nächsten Anfall, es entsteht eine Angst vor der Angst. Gaspedal und Bremse sind gleichzeitig voll durchgedrückt. Das kann auf Dauer nicht gutgehen.

Panik ist keine Folge von fehlender Kompetenz

Panikattacken sind oft vorübergehend. Es hilft, sich bewusst zu machen, dass viele Menschen diese zeitweilige medizinische Störfunktion erleben und man mit diesem Problem nicht allein ist. Panikattacken sind weder eine Folge mangelnder Kompetenzen noch eine Reflexion der eigenen Person. Dennoch löst es Scham aus, die körperliche Kontrolle zu verlieren und vor Mitarbeitern, Belegschaft oder Vorgesetzten in Panik zu verfallen. Unerwartete Angstattacken, Willkür und Unberechenbarkeit der Panikreaktionen sind die häufigsten Probleme von Führungskräften, wenn sie viel Stress erleben.

Der Anblick des vollen Terminkalenders, die Erwartungen des Umfelds und die eigenen an sich selbst, das Mitarbeitergespräch mit Eskalationspotential oder eine wichtige Geschäftsmail – das alles kann den körperlichen Automatismus einer Panikattacke auslösen. Wie kann diesem körperlichen Automatismus entgegenwirkt werden?

Neurogenes Zittern hilft bei Panikattacken

Der Stresspegel im Körper lässt sich mental allein nicht lösen. Dem Stress muss auf der physiologischen Ebene über das autonome Nervensystem begegnet werden. Die TRE® (Tension and Trauma Releasing Exercises) Methode bedient sich des neurogenen Zitterns und löst Stresssymptome und tiefe Muskelanspannungen. Bei der Methode wirkt der von der Natur mitgegebenen Zittermechanismus im Körper wie ein Überdruckventil. Akute Stressanspannung und Angst werden wortwörtlich abgeschüttelt. Der Körper kann dadurch Stresshormone reduzieren, Muskelverhärtungen lösen, das Nervensystem entspannen und sich selbst wieder in das natürliche Gleichgewicht, die Homöostase, zurückführen.

TRE® Methode

TRE® steht für Tension and Trauma Releasing Exercises. TRE® ist eine sichere und einfach zu erlernende Übungsreihe, um die überängstliche Instinktreaktion des Körpers zu „re-setten“. Die körperliche Festplatte wird durch das neurogene Zittern unter Anleitung neu kalibriert. Zu einer professionellen Begleitung am Anfang wird geraten, um das Zittern „dosieren“ zu können. Die Methode kann dann später ohne großen Aufwand und Zeit selbstständig eingesetzt werden und ist unmittelbar wirksam.

Der Bioenergetiker, Theologe und Sozialarbeiter Dr. David Berceli entwickelte die TRE® Übungen als Selbsthilfewerkzeug. Menschen sollten die Möglichkeit zur selbstständigen Verarbeitung von Stressbelastung, Ängsten und traumatischen Erfahrungen erhalten. Das neurogene Zittern schließt an das genetische Erbe des Menschen an – vor Wut zu zittern oder vor Nervosität klapperige Beine zu haben, ist ein natürlicher Reflex des Menschen. Daher ist die Methode für alle Menschen geeignet.

Wie TRE® angewendet wird

Bei der Anwendung von TRE® beginnen Sie mit sieben festgelegten Übungen. Diese ermüden bestimmte Muskelgruppen im Körper leicht, sodass sich ein Muskelzittern einstellt. Sie kennen diese Körperreaktion vielleicht vom Yoga oder aus dem Sport. TRE® setzt diesen Mechanismus gezielt ein. In Rückenlage aktivieren Sie dann das neurogene Zittern im Körper so, dass es sich sanft und kontrolliert durch den gesamten Körper fortsetzen kann. Der Effekt ist ein umfassendes und befreiendes Sich-lösen. Sie lernen, aufkommende Empfindungen und Gefühle wahrzunehmen und zu regulieren.

Auf YouTube werden die sieben TRE® Übungen in einem Video vorgestellt.

Wie Sie TRE® Übungen im Alltag einsetzen

TRE® kann nach dem Erlernen der Methode in wenigen Sitzungen individuell eingesetzt werden. Sie können beispielsweise eine zehnminütige Zitterpartie in Ihre Morgenroutine einbauen, um mit dem morgendlichen Entladen die Weichen für den restlichen Tag zu stellen. Wie Sie die ersten Stunden Ihres Tages verbringen, hat großen Einfluss auf Ihr Stressempfinden und kann viel damit zu tun haben, ob es ein entspannter und produktiver Tag wird oder aber einer, an dem Sie viel Hektik und Unruhe verspüren.

TRE® kann auch in einer akuten und unerwarteten Angstsituation genutzt werden. Ziehen Sie sich zum Beispiel in ein leeres Büro zurück und reagieren Sie mit TRE® die muskuläre Anspannung als Folge des Adrenalinstoßes ab.

Innere Sicherheit kultivieren

Bei Panikattacken geht es immer um Sicherheit: Der Mensch kann sich von Panikattacken erholen, wenn der Körper begreift, dass er sicher ist. Womit Sie sich also sicher fühlen, ist eine Ressource, die Ihre Gesundheit fördert. Das können sein:

1. Schritt: Triggerpunkte identifizieren

Verhaltensweisen, die Ihnen helfen, selber auf sich aufzupassen: Identifizieren Sie Ihre Triggerpunkte. Wann treten Panikattacken vermehrt auf? Identifizieren Sie bestimmte Situationen, Menschen, Gewohnheiten, zu wenig Schlaf, Ernährungsweisen oder Konsumverhalten, die Sie ein Muster erkennen lassen, wann Panikreaktionen verstärkt auftreten.

2. Schritt: Bewältigungsstrategie entwickeln

Was hilft Ihnen, sich unter Kontrolle zu fühlen? Entwickeln Sie Ihre Bewältigungsstrategie. Damit eine Bewältigungsstrategie wirkt, müssen Sie diese in einem ruhigen und entspannten Zustand üben. Nehmen Sie sich täglich zehn Minuten Zeit und üben Sie eine für Sie passende Entspannungsmethode, um diese dann im Akutfall anwenden zu können. TRE® ist eine gute und weltweit praktizierte Entspannungsmethode, um wieder Sicherheit im Körper zu finden, da sie akute Stressanspannung in wenigen Minuten löst und somit unmittelbar wirksam ist.

3. Schritt: Umgang mit Paniksituation planen

Was gibt Ihnen ein Gefühl der Entscheidungsfreiheit? Dafür ist es hilfreich, im Voraus zu planen. Wenn Sie Ihre Trigger identifiziert haben, Ihre Symptome einordnen können und eine Bewältigungsstrategie entwickelt haben, können Sie sich jetzt einen Plan zusammenstellen für eine Paniksituation.

Machen Sie sich schließlich bewusst: Wenn Sie Ihre Ressourcen kennen und wissen, wie Sie Stresssituationen bewältigen und Ihre Leistungskraft und Führungskompetenz erhalten, dann wird das Ihr Arbeitsumfeld bemerken.

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