MikropolitikWelche mikropolitischen Taktiken gibt es?

Wie lassen sich mikropolitische Aktivitäten erkennen? Welche mikropolitischen Taktiken werden eingesetzt und welche Folgen haben sie?

Mitarbeiter handeln nicht immer zum Wohl des Unternehmens. Sie verfolgen auch eigene Interessen. Das muss nicht immer schlecht für das Unternehmen sein. Was dem Mitarbeiter nutzt, kann auch gut für das Unternehmen sein. Allerdings kann ein Mitarbeiter, der eigennützig handelt, dem Unternehmen auch großen Schaden zufügen. Doch eigennütziges Handeln lässt sich nicht einfach verbieten. Deshalb ist es wichtig, es zu erkennen.

Mikropolitik

Mikropolitik umfasst Methoden und Verhaltensweisen, mit denen innerhalb von Organisationen persönliche Macht aufgebaut und eingesetzt wird. Zugrunde liegt der Gedanke, dass Mitarbeiter nicht nur die Organisationsziele, sondern auch Eigeninteressen verfolgen und dafür persönliche Macht aufbauen und nutzen. Durch mikropolitisches Verhalten gestalten alle Mitarbeiter informelle Spielregeln, soziale Strukturen und Verhaltensweisen in Organisationen mit.

Mikropolitische Taktiken

Wie lässt sich mikropolitisches Verhalten erkennen? Wer eigene Ziele verfolgt, muss kein Einzelkämpfer sein. Im Gegenteil: Verbündete, Wegbereiter, Unterstützer helfen – ob sie sich ihrer Rolle bewusst sind oder nicht. Wer mikropolitisch handelt, beeinflusst andere Personen im Unternehmen meist heimlich und verdeckt. Das Verhalten der anderen soll zum eigenen Vorteil sein. Mikropolitsiche Taktiken lassen sich in drei Gruppen einsortieren.

Einflusstaktiken

Zu den Einflusstaktiken zählen alle Aktivitäten, mit denen auf andere direkt Einfluss genommen wird. Zum Beispiel:

  • Emotionale Appelle
  • Rationale und einseitige Argumentation
  • Einbeziehung anderer
  • Tauschhandel (eine Hand wäscht die andere)
  • Zurückhalten von Informationen
  • Hierarchischer Druck

Impression Management

Die Taktiken des Impression Managements zielen darauf ab, den Eindruck gezielt zu steuern, den andere von einem haben. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Einschmeicheln
  • Erweisen von Gefälligkeiten
  • Einschüchtern
  • Eigenwerbung
  • Vorbildliches Verhalten

Networking

Beim Networking nutzt der Mitarbeiter die Stärken, Ressourcen und Einflussmöglichkeiten von anderen zum eigenen Vorteil aus. Er pflegt Kontakte zu Vorgesetzten und wichtigen Mitarbeitern, schmiedet Koalitionen oder baut Kontakte zu wichtigen Personen außerhalb des Unternehmens auf.

Kritische Situationen für mikropolitisches Handeln

Wenn mikropolitisches Verhalten begrenzt bleibt auf das unmittelbare Umfeld des Mitarbeiters, bleiben die Folgen meist überschaubar. Aber in bestimmten Situationen kann mikropolitisches Verhalten für das Unternehmen kritisch werden. Bei Change Projekten können einzelne betroffene Mitarbeiter den Prozess durch Mikropolitik sabotieren und nötige Veränderungen verhindern. Mitarbeiter können aber auch unnötige Projekte anstoßen und vorantreiben; Projekte, die dem Unternehmen nichts nützen, ihnen selbst aber Aufstiegschancen oder andere Vorteile bringen.

Kritisch ist Mikropolitik zudem bei der Stellenbesetzung. Stellen werden mit loyalen Gefolgsleuten besetzt. Gute Bewerber werden abgelehnt, weil sie starke Konkurrenten auf der Karriereleiter wären. Bewerber werden ausgewählt, weil sie ähnlich „ticken“ wie der Auswählende selbst.

Durch mikropolitisches Verhalten kann Verantwortung für Fehler abgewälzt oder Leistung vorgetäuscht werden. Die Schuld für Fehler und Schäden wird anderen in die Schuhe geschoben. Erfolge und gute Leistungen von anderen werden als die eigenen ausgegeben. In der Folge werden nicht die leistungsstarken Mitarbeiter gefördert, sondern diejenigen, die geschickt mikropolitisch agieren und andere blenden.

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