ProduktplanungLastenheft oder Pflichtenheft?

Pflichtenheft und Lastenheft hängen direkt zusammen, weisen aber gleichzeitig große Unterschiede auf: Sind in dem einen Dokument Ziele und Anforderungen definiert, beschreibt das andere, wie diese Ziele erreicht und die Anforderungen erfüllt werden. Die Rollen des Erstellers und Adressaten sind jeweils vertauscht.

Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft

Im Lastenheft sind alle Anforderungen des Kunden oder Auftraggebers sowie die Rahmenbedingungen für die Lieferungen und Leistungen eines Lieferanten als potenzieller Auftragnehmer beschrieben. Das Lastenheft gehört dem Auftraggeber (Kunde) und wird im Rahmen der Lieferantenauswahl den Lieferanten überlassen.

Die Lieferanten müssen ihrerseits erläutern, wie sie die Anforderungen aus dem Lastenheft erfüllen wollen. Das beschreiben die Lieferanten im sogenannten Pflichtenheft. Das Pflichtenheft gehört dem Auftragnehmer (Lieferant).

Wie hängen Lastenheft und Pflichtenheft zusammen?

Das Lastenheft und das Pflichtenheft bilden einen zweistufigen Prozess, der die Anforderungen und Lösungen für ein Projekt definiert:

Das Lastenheft definiert, was erreicht oder gelöst werden soll, ohne darauf einzugehen, wie diese Ziele erreicht werden sollen.

Der Auftragnehmer beschreibt im Pflichtenheft, wie genau die Anforderungen technisch und praktisch umgesetzt werden. Das Pflichtenheft liefert detaillierte Lösungswege und Spezifikationen, wie die im Lastenheft beschriebenen Ziele erreicht werden.

Dieses Zusammenspiel gewährleistet, dass die Bedürfnisse des Auftraggebers klar definiert und durch technisch machbare Lösungen des Auftragnehmers erfüllt werden.

Wie sind das Lastenheft und Pflichtenheft aufgebaut?

Die folgende Vorlage beschreibt den Aufbau und die Vorgehensweise bei der Erstellung eines Lastenhefts oder Pflichtenhefts genau und dient damit als Basis für Ihre eigenen Dokumente.

Wann werden Lastenheft und Pflichtenheft eingesetzt?

Lastenheft und Pflichtenheft werden in den frühen Phasen eines Projekts eingesetzt:

Das Lastenheft kommt typischerweise in der Initiierungs- und Planungsphase eines Projekts zum Einsatz. Es dient dazu, die Projektanforderungen aus Sicht des Auftraggebers zu definieren und festzulegen, bevor detaillierte Planungen beginnen.

Das Pflichtenheft wird nach dem Lastenheft in der Planungsphase erstellt, sobald die Anforderungen klar sind. Es dient zur detaillierten technischen Ausarbeitung, wie die Anforderungen des Auftraggebers umgesetzt werden sollen, und leitet somit in die Umsetzungsphase über.

Was gehört jeweils in ein Lastenheft und Pflichtenheft?

Die typischen Inhalte eines Lastenhefts sind in dieser oder einer ähnlichen Reihenfolge:

  • Projektbeschreibung
  • Ziele
  • Anforderungen
  • Zielgruppe
  • Rahmenbedingungen
  • Schnittstellen
  • Abnahmekriterien

In das Pflichtenheft gehören:

  • detaillierte technische Spezifikationen
  • Umsetzungsplanung
  • Realisierungsbedingungen
  • Zeit- und Ressourcenplan
  • Testfälle und Teststrategien
  • Dokumentation
  • Kosten

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