Farbgestaltung am ArbeitsplatzSo wirken Farben im Büro

Mit Farben am Arbeitsplatz können Sie die Emotionen der Mitarbeiter beeinflussen. Je nachdem, ob ein Raum der Kommunikation, Konzentration oder Erholung dient, sollten andere Farben verwendet werden. Welche Wirkung haben etwa neutrale Farben? Was bewirken Gelb, Blau oder Rot?

Aspekte aus der Farbpsychologie

Farben lösen bestimmte Stimmungen bei uns aus und beeinflussen sogar unser Verhalten. So unterscheidet man „warme“ Farben, wie Gelb, Rot und Orange, und „kalte“ Farben wie Blau, Grün oder Lila.

Die Wirkung von Farben geht zurück auf die Farbpsychologie des Psychologen Carl Gustav Jung, der Farben als Werkzeuge für die Psychotherapie untersucht hat.

Farben beeinflussen Sinne und Emotionen

Farben wirken auf unsere Sinne und Emotionen. Sie beeinflussen, wie wir kommunizieren, ob wir uns konzentrieren und entspannen können. Deshalb bestimmen Farben auch in einem Büro darüber, ob wir uns wohlfühlen oder nicht.

Warum also nicht einmal darüber nachdenken, die alten Wandfarben durch neue abzulösen beziehungsweise bei einem Bezug neuer Räumlichkeiten sich gleich über die passenden Wandfarben Gedanken zu machen?

Eine andere Option ist, einzelne Farbakzente mit entsprechenden Bildern oder farbigen Büromöbeln zu setzen.

Grundsätzlich gilt: Verwenden Sie Farben in Büroräumen eher sparsam und beachten Sie die Erkenntnisse der Farblehre und der Farbpsychologie. Das bedeutet, dass jede Farbe mit positiven und negativen Assoziationen verbunden wird.

Wirkungen der Primärfarben Rot, Gelb und Blau

Rot steht für Wärme und Aktivität, für Dynamik und Energie, für Kreativität und Selbstsicherheit. Negativ gesehen wird sie mit Gefahr, Wut, Aufregung oder Aggressivität verknüpft.

Gelb steht, positiv gesehen, für Glück und Zufriedenheit, für Kreativität, Wachheit, Optimismus und Lebensfreude. Sie beeinflusst Harmonie, Entspannung und macht munter. Gelb wirkt Müdigkeit und Abgespanntheit vor. Negativ steht Gelb beispielsweise für Neid und Eifersucht.

Blau wirkt beruhigend und entspannend. Positiv gesehen steht sie für Genauigkeit, Konzentration, Mut, klares Denken, Lernen, Selbstvertrauen und Entwicklungsprozesse. Negativ gesehen für Kälte oder Melancholie.

Rot aktiviert und stimuliert

Rot kann Mitarbeitende stimulieren und hat eine positiv verstärkende Wirkung. Diese Farbe eignet sich deshalb gut für Besprechungsräume.

Rot eignet sich aber auch für andere Bereiche in Ihrem Unternehmen, in denen gemeinsam gearbeitet wird, also auch für Teamarbeitsplätze oder Konferenzräume. 

Rot sollten Sie nicht als Hauptfarbe verwenden, da die Stimulation sonst zu stark werden kann.

Sie brauchen also nicht gleich ganze Wände in Rot zu streichen. Setzen Sie diese Farbe eher sparsam ein. Am besten wirkt sie als Farbtupfer in Bildern, Grafiken, einzelnen Möbelstücken oder Polsterbezügen.

Gelb fördert konzentriertes Arbeiten und Entspannung

Gelb kann am Arbeitsplatz die Augen ermüden, da es stimulierend auf die Netzhaut wirkt. Setzen Sie Gelb dann ein, wenn Sie konzentriertes und kommunikatives Arbeiten fördern wollen. Mischen Sie Gelb mit Weiß, wirkt der Raum frisch und beruhigend.

Vorsichtig sollten Sie aber sein, wenn Sie Gelb in Räumen einsetzen, in denen Sie häufiger Besprechungen abhalten, wie etwa kritische Mitarbeitergespräche oder Gehaltsverhandlungen. Hier kann die Farbe leicht Aggressionen und Angst fördern, weshalb Sie die Farbe hier eher sparsam einsetzen sollten.

Gut geeignet ist Gelb für Entspannungszonen in Ihrem Unternehmen. Hier kommen die den Appetit anregenden und die Erholung fördernden Eigenschaften dieser Farbe zur Geltung. Fördernd für das innere Gleichgewicht ist es, wenn Sie Gelb mit Weiß mischen.

Blau fördert klares Denken und Selbstvertrauen

Mit Blau verbinden wir in der Regel Himmel oder Meer, also Phänomene aus der Natur, die beide weit weg erscheinen. Deswegen wirkt Blau beruhigend und entspannend. Je tiefer das Blau, umso beruhigender.

Verwenden Sie die Farbe Blau, wenn Sie ruhig arbeiten wollen und vor schwierigen Problemlösungen stehen. Nutzen Sie einen separaten Besprechungsraum, so bietet sich Blau an, weil es das klare Denken und das Selbstvertrauen Ihrer Besprechungsteilnehmer fördert. Die Chance ist größer, gemeinsame Besprechungsziele in entspannter Atmosphäre zu erreichen.

Weiß am besten mit anderen Farben mischen

In vielen Büros herrscht die typische weiße Raufasertapete vor. Doch Weiß hat reflektierende Eigenschaften und kann auf Dauer die Augen ermüden. Weiß steht für Sauberkeit und Sterilität (Krankenhaus, Labors), besonders stimulierend oder aktivierend wirkt sie deshalb nicht.

Für Büroarbeitsplätze sowie für Besprechungsräume und auch Bereiche, die für Entspannung vorgesehen sind, sollten Sie Weiß immer mit anderen Farben mischen, sonst wirkt es zu nüchtern. Dafür eignet sich zum Beispiel die Kombination mit Gelb oder Orange.

Farbexperten empfehlen, grundsätzlich kein reines Weiß einzusetzen, sondern immer getönte Weißfarben.

Tipp

Raumproportionen mit Farben verändern:

Mit bestimmten Farben können Sie die Raumproportionen Ihrer Büros verändern. Streichen Sie zum Beispiel eine Wand in warm wirkendem Orange, erscheint Ihnen diese näher als eine in kühl gehaltenem Weiß.

Die Wirkung neutraler Farben

Neutrale Farben besitzen nur wenig Sättigung und Bunttöne, sie verfügen also über nur geringe Leuchtkraft. Beispiele sind Beige, Sand oder Eierschale. Neutrale Farben entstehen aus verschiedenen Mischungsverhältnissen der Primärfarben Rot, Gelb und Blau.

Helle Puderfarben, Weiß oder gebrochenes Weiß lenken den Betrachter in die Weite. Sie eignen sich also für kleine Büroräume, die durch helle Wand- oder Deckenfarben größer wirken.

Neutrale Farben stehen für inneren Frieden, körperliches Wohlbefinden und Sicherheit. Sie mindern Angst und geistige Hyperaktivität. Sie können solche Farben dann einsetzen, wenn Sie die Kommunikation und konzentriertes Arbeiten fördern möchten.

Wirken die Farben zu fade, kombinieren Sie sie einfach mit anderen Farben. So zum Beispiel in Bereichen, in denen viele Besprechungen stattfinden. Blau oder Rot zum Beispiel sind Kontrapunkte zu den negativen Eigenschaften von neutralen Farben.

Die Wirkung neutraler Farben hängt wesentlich davon ab, mit welcher anderen Farbe Sie sie kombinieren. Dabei ordnet sich die neutrale Farbe unter.

Mit Bürofarben die Authentizität betonen

Farben bewirken, dass der Körper bereits unterbewusst merkt, was von ihm verlangt wird, also zum Beispiel Kommunikation, Konzentration oder Erholung.

Achten Sie bei der Farbgestaltung auch auf Authentizität. Das heißt, die Farben sollten das Image Ihres Unternehmens widerspiegeln. Fragen Sie sich: Welcher Charakter soll vermittelt, welche Atmosphäre geschaffen werden?

Damit wird klar, dass eine Werbeagentur, in der eher kreatives, unkonventionelles Arbeiten gefragt ist, andere Farblösungen verlangt als eine Anwaltskanzlei, in der vorwiegend Seriosität ausgedrückt werden soll.

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