Neu als ChefTipps für den Start als Führungskraft

Wie Sie als neuer Vorgesetzter den Grundstock für eine gute Zusammenarbeit mit Ihren Mitarbeitern legen.

Zu Beginn nur wenig über sich preisgeben

Versuchen Sie im eigenen Interesse Einfluss darauf zu nehmen, wie man Sie in Ihrer neuen Rolle ankündigt. Die beste Wahl sind dabei so wenig Details wie möglich. Denn je mehr Sie über sich preisgeben, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Interpretationen angestellt werden.

Wenn Sie sich als neue Führungskraft vorstellen, sollten Sie Begriffe und Formulierungen wie „Restrukturierungserfahrung“, „Sanierungsexperte“ oder auch „Erfahrung in der Führung von Hochleistungsteams“ vermeiden. Sie werden oft mit Unsicherheit und Arbeitsplatzabbau assoziiert.

Sollte Ihr versteckter Auftrag lauten, Ihr Team „aufzumischen“, können Sie das immer noch tun, wenn Sie Ihre Arbeit begonnen haben. Jede Erzeugung von Angst bei den Mitarbeitern ist kontraproduktiv.

Ziele im Auftakt-Meeting mitteilen

Im ersten Meeting mit Ihrem neuen Team verkünden Sie, welche Ziele Sie haben und welche Herausforderungen Sie sehen. Erklären Sie, warum Sie Ihre Stelle angetreten haben und erzählen Sie  etwas zu Ihrem bisherigen Werdegang. Sprechen Sie Ihre persönlichen Wertvorstellungen an: Was schätzen Sie? Was mögen Sie nicht? Sagen Sie auch ein paar Sätze zu Ihrer Art, Mitarbeiter zu führen, damit Ihr Team zumindest grob weiß, woran es bei Ihnen ist.

Sympathisch und offen wirken

Wenn Sie Ihrem Team von Ihrem Vorgesetzten oder einem Verantwortlichen aus dem Personalbereich vorgestellt werden, sollten Sie versuchen, so sympathisch wie möglich zu wirken und so wenig Vorurteile wie möglich auszulösen. Versuchen Sie offen zu sein und strahlen Sie Positivität aus. Wenn Sie vorgestellt werden, geht es darum, Ihr zukünftiges Team für sich zu gewinnen beziehungsweise einen positiven Gesamteindruck zu hinterlassen.

Einen positiven Gesamteindruck erzielen Sie durch:

  • Blickkontakt zu jedem einzelnen Teammitglied
  • Fester Händedruck
  • Gerade, aufrechte Haltung
  • Interessiertes Zuhören
  • Selbst nicht zu viel reden

Dem Team gegenüber verbindlich auftreten

In einer ersten Gesprächsrunde mit Ihrem Team sollten Sie signalisieren, dass Sie sich auf die Zusammenarbeit freuen und schon neugierig darauf sind, jeden Einzelnen kennenzulernen.

Erklären Sie verbindlich, wann Sie am ersten Arbeitstag im Büro erscheinen werden und wie dieser Tag abläuft. Zum Beispiel: „Wir sehen uns dann am 1. Oktober. Ich werde um 9.00 Uhr da sein und mich zunächst von unserer Sekretärin einweisen lassen. Sie hat bereits für uns alle ab 10.00 Uhr einen Besprechungsraum für eine Teamrunde gebucht.“

Team für zukünftige Aufgaben motivieren

Fragen Sie Ihre Mitarbeiter offen, ob sie bestimmte Fragen an Sie haben. Seien Sie dabei entspannt, lehnen Sie sich zurück und blicken Sie gelassen in die Runde. So fällt es Ihrem Team leichter zu fragen. Ziel dieses ersten Zusammentreffens sollte es sein, das Team grundsätzlich zu motivieren und Lust auf die gemeinsame Zusammenarbeit zu machen. Erzeugen Sie eine Aufbruchstimmung.

Vermeiden Sie es aber, Ihre Erwartungen zu schnell vorzutragen und nichts Persönliches über sich zu erzählen. Bedenken Sie: Sie werden von jedem Teammitglied beobachtet. Ihre Mimik und Gestik werden bewertet. Seien Sie daher einerseits so natürlich wie möglich, strahlen Sie andererseits aber auch Haltung und Professionalität aus.

Neutral zur Vorgängerin oder zum Vorgänger stehen

Fragen Sie Ihren Vorgesetzten oder einen Verantwortlichen aus dem Personalbereich nach Ihrem Vorgänger:

  • Warum musste er oder sie das Unternehmen verlassen?
  • Geschah das freiwillig oder per Kündigung?
  • Welche Erfolge gab es mit Ihrem künftigen Team zu verzeichnen?

Eine neutrale Haltung zur unbekannten Vorgängerin beziehungsweise zum unbekannten Vorgänger zahlt sich immer aus. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, mit Ihrem Team oder Ihrem eignen Vorgesetzten über mögliche Misserfolge Ihrer Vorgängerin oder Ihres Vorgängers zu sprechen. Versuchen Sie, kritische Äußerungen so neutral wie möglich im Keim zu ersticken. Antworten Sie beispielsweise: „Ich denke, alles hat seine Zeit. Wir sollten nicht zurückblicken sondern gemeinsam nach vorne schauen. Es gibt noch genug zu tun für uns alle.“

Damit machen Sie klar, dass Sie Loyalität grundsätzlich als Wert leben. Erlauben Sie vor allem denjenigen unter Ihren Mitarbeitern, die Ihre Vorgängerin oder Ihren Vorgänger in der Zusammenarbeit schätzen gelernt haben, sie oder ihn auch weiterhin positiv in Erinnerung zu behalten. Stellen Sie nämlich die Leistungen Ihrer Vorgängerin oder Ihres Vorgängers selbst in Frage, zweifeln Sie damit auch Ihr Team an.

Nicht auf Kumpel-Typ machen

Biedern Sie sich beim ersten Meeting bei Ihren Mitarbeitern nicht an. Versuchen Sie nicht den sympathischen Kumpel zu geben. Sie sind der Chef und das sollten Ihre Mitarbeiter auch erkennen. Das Unternehmen, das Sie eingestellt hat, möchte in erster Linie, dass Sie leiten, entscheiden, kontrollieren, Verantwortung übernehmen und konsequent agieren.

Zu fachlichen Aussagen sollten Sie sich am Anfang zurückhalten. Machen Sie deutlich, dass Sie sich zunächst ein gründliches Bild machen wollen und mit jedem Einzelnen sprechen werden, bevor Sie sich ein Urteil erlauben. Nach zwei Monaten der Bestandsaufnahme können Sie Ihre Eindrücke dann mit der Gruppe in einem Folge-Meeting teilen.

Nicht gleich alles über den Haufen werfen

Agieren Sie in der ersten Zeit Ihrer Tätigkeit als Führungskraft vorbildlich. Setzen Sie Zeichen, hören Sie zu, lesen Sie zwischen den Zeilen, machen Sie sich Notizen und werten diese aus. Stellen Sie nicht gleich am ersten Tag an alles in Frage oder kündigen Sie großflächige Änderungen an. Damit erzeugen Sie nur Unsicherheit bei Ihren Mitarbeitern.

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