UnternehmenskommunikationKulturelle Unterschiede bei der Kommunikation in globalen Unternehmen

Das Management global agierender Unternehmen tut sich oft schwer, mit allen Mitarbeitenden in den weltweiten Niederlassungen richtig zu kommunizieren. Denn die kulturellen Unterschiede sind erheblich. Und diese werden zusätzlich von der Unternehmenskultur beeinflusst. Worauf müssen Führungskräfte achten?

Wie Senior-Interimsmanager die interkulturelle Kommunikation beeinflussen

Erfolg und Kommunikation gehen in Unternehmen, die global aktiv sind, Hand in Hand. Dafür braucht es Führungskräfte, die nicht nur zwischenmenschliche und kulturelle Hürden überwinden können, sondern auch zwischen den Zeilen lesen können.

International erprobte Senior-Interimsmanager beispielsweise, die neben einer umfassenden weltweiten Expertise viel Know-how über globale kulturelle Unterschiede und Firmenkulturen aufweisen, besitzen solche Fähigkeiten. Sie bauen sprichwörtlich Brücken zwischen den verschiedenen Kulturen.

Dabei denken sich Senior-Interimsmanager mit globaler Erfahrung, die erfolgreich ihre Karriere beendet haben, problemlos in landestypische Unterschiede ein. Sie fungieren als Moderatorin oder Moderator und erkennen die Erwartungen der Mitarbeitenden. Besonders in großen multinationalen Konzernen, zum Beispiel im Maschinenbau oder in der Automobilindustrie, ist es ein häufiges Phänomen:

Zwar stimmen in Bezug auf Unternehmensphilosophie und Qualitätsprozesse alle überein, doch auf der zwischenmenschlichen Ebene unterscheiden sich die einzelnen Länder erheblich.

Kommunikation als Schlüssel für global agierende Führungskräfte

In großen Konzernen herrscht eine kulturelle Vielfalt, besitzen diese doch häufig Niederlassungen auf dem gesamten Globus. Kommunikative Hürden sind da keine Ausnahme, sondern die Regel. Sie sorgen nicht selten für Hemmnisse innerhalb der betrieblichen Prozessabläufe. Missverständnisse wirken sich früher oder später negativ auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens aus.

Um diese Hindernisse zu überwinden, ziehen Unternehmen externe Unterstützung zurate, die ihnen hilft, Partner und Mitarbeitende aus dem Ausland besser zu verstehen.

Feedback und Sprache umfassen in diesem Zusammenhang zwei Bereiche, in denen sich deutliche Kulturunterschiede abzeichnen. Europa und Asien stellen hier regelrechte Gegensätze dar: Während Europäer negative Rückmeldungen an ihre Mitarbeitenden offen kommunizieren, verpackt die asiatische Arbeitswelt solche Mitteilungen in positiv formulierte Botschaften. Es bedarf viel Erfahrung, um solche indirekten Aussagen richtig zu verstehen und zu bewerten.

Low-Kontext- und High-Kontext-Kulturen

Auf sprachlicher Ebene unterscheiden sich Kulturen, die mit dem sogenannten Low-Kontext-Konzept kommunizieren, stark von den High-Kontext-Kulturen. Im ersten Fall steht eine einfache, direkte Sprache im Vordergrund und Informationen werden explizit ausgedrückt. Zu dieser Gruppe gehören etwa die USA, Kanada und Deutschland. Hier meint der Sprecher, was er sagt.

In High-Kontext-Kulturen, wie in Asien üblich, findet Kommunikation eher indirekt statt. So werden Sachverhalte in Asien nicht formal abgelehnt, ein formuliertes „Nein“ gilt es hier strikt zu vermeiden. Stattdessen spielen nonverbale Signale wie Augenkontakt und Stimmlage bis zum Status, Alter und Geschlecht des Senders sowie des Empfängers einer Botschaft eine Rolle. Zwischen den Zeilen zu lesen, gilt in diesem Zusammenhang als absolut notwendig, denn nicht Ausgesprochenes kann wichtiger sein als direkt Kommuniziertes.

Hierbei geht es dann vor allem darum, offen zu sein, den Menschen zuzuhören, sich einzufühlen und zu verstehen. Es kommt darauf an, Mauern zu durchbrechen sowie Menschen durch gemeinsame Sprache und durch die Akzeptanz kultureller Unterschiede zusammenzubringen.

Schlüsselrolle Unternehmenskultur

Eine gut fundierte Unternehmenskultur kann nicht nachgeahmt werden, bildet sie doch das Wesen eines Betriebs. Jedes Unternehmen weist unterschiedliche Grundlagen auf, die Einfluss auf seine interne Kultur nehmen.

Um eine Unternehmenskultur erfolgreich zu manifestieren, gilt es, gemeinsame Wertvorstellungen zu formulieren. Große Unternehmen halten diese Wert- und Normvorstellungen meist schriftlich fest und vereinbaren sie mit den Mitarbeitern.

Doch reicht es nicht, die Unternehmenskultur nur auszuformulieren und zu kommunizieren, sie muss auch von der Führungsebene gemeinsam mit den Mitarbeitern gelebt werden. Wichtige Fragen dabei sind:

  • Gibt es bestimmte Verhaltensweisen, Regeln, Rituale, denen der Betrieb folgt?
  • In welchem Verhältnis stehen Entscheidungen und Verantwortung?
  • Welches Narrativ herrscht vor?

Familienunternehmen pflegen und leben oft über Jahre oder Jahrzehnte Vorstellungen und Werte über Generationen hinweg. Für Senior-Interimsmanager stellen die Maßstäbe des Unternehmens daher einen entscheidenden Faktor dar. Gerade in der Automobilindustrie spielt das Transferieren von Unternehmenskulturen eine wichtige Rolle und ist gleichzeitig eine schwierige Herausforderung.

Will ein deutsches Unternehmen seine Kultur und sein deutsches Vorgehen nach Asien in eine Dependance übertragen, handelt es sich um eine anspruchsvolle Aufgabe für alle Beteiligten. Zu klären ist:

  • Wie gehen Beschäftigte miteinander um?
  • Herrscht eine ausgereifte Feedback-Kultur?
  • Wie sieht der Umgang mit Fehlern aus?
  • Erfahren Erfolge Wertschätzung?

Sollen die Mitarbeitenden die Firmenkultur wirklich verinnerlichen, bedarf es gewandter Vermittler, die im Spannungsverhältnis des kulturellen Hintergrunds der Beschäftigten und der Unternehmenskultur des Mutterkonzerns handeln.

Management prägt Kultur – mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen

Kultur und Kommunikation – ein Paar, das viel über Unternehmen aussagt und maßgeblich für deren Erfolg verantwortlich ist. Erfahrene Führungskräfte schaffen Verständnis für die Werte und Normen der aufzubauenden Unternehmenskultur, versetzen sich in die Lage der Mitarbeiter und bereiten sie auf Veränderungen vor. Das Management repräsentiert die Kultur und lebt sie vor.

Dadurch schaffen Führungskräfte Identifikation, Zusammengehörigkeit und fördern die betriebsinterne Motivation – in allen Niederlassungen des Unternehmens, weltweit.

Hierbei braucht es einen großen Erfahrungsschatz und umfassendes Einfühlungsvermögen, um eine Kultur durch alle Stufen der Organisation zu verankern. Sosehr sich die Unternehmenskultur von Land zu Land unterscheidet, Faktoren wie Respekt und Fairness oder kundenorientiertes Handeln spielen letztlich kultur- und global übergreifend eine wichtige Rolle.

Diese Faktoren bilden die Basis für eine einheitliche Kommunikation und Umsetzung. Kulturen können voller Überraschungen und eine Fundgrube von Erfahrungen sein.

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