Strategieumsetzung mit Hoshin KanriDie Hoshin Kanri X-Matrix – Aufbau und Funktion

Die X-Matrix ist bei Hoshin Kanri ein spezielles Werkzeug, das alle Ziele, Pläne, Maßnahmen, Erfolgskennzahlen und Ressourcen auf einer Seite benennt und die Zusammenhänge aufzeigt. Die Hoshin Kanri X-Matrix ist damit auf allen Unternehmensebenen und in allen Fachbereichen hilfreich, um sich abzustimmen und die Strategieumsetzung zu überprüfen.

Elemente der X-Matrix

Die X-Matrix ist ein wichtiges Planungswerkzeug für die Hoshin-Kanri-Methode. Sie ist eine Übersicht über die einzelnen Elemente, die im Prozess der Zielfindung, Strategieentwicklung und Maßnahmenplanung erarbeitet werden. Die X-Matrix besteht aus:

  • Vision des Unternehmens
  • langfristige Durchbruchziele
  • Jahresziele
  • Prozesse und Maßnahmen
  • Erfolge
  • Teams, die einzelne Maßnahmen umsetzen sollen

Statt der Jahresziele, Prozesse und Maßnahmen werden in manchen Darstellungen der X-Matrix auch Strategien und Taktiken benannt. Abbildung 7 zeigt den üblichen Aufbau der X-Matrix. Die Übersicht zeigt, dass es vor allem darum geht, den Führungskräften und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die wichtigen W-Fragen vor Augen zu führen:

  • Was soll erreicht werden?
  • Wie weit sollen diese Ziele dieses Jahr erreicht werden?
  • Wie und wodurch sollen diese Ziele erreicht werden?
  • Wie viel soll erreicht werden?
  • Wer soll dazu beitragen?
Abbildung 7: X-Matrix nach der Hoshin-Kanri-Methode (mit einem Beispiel)

Zusammenhänge zwischen den W-Fragen aufzeigen

Die grundlegende Vision des Unternehmens wird in der X-Matrix in der Mitte angeordnet. Die weiteren Elemente der X-Matrix mit den Angaben zu den W-Fragen befinden sich dann unten, links, oben und rechts der Vision; diese Elemente sind entsprechend logisch im Uhrzeigersinn angeordnet. In den vier Ecken wird dann durch Symbole dargestellt, wie die einzelnen Elemente verknüpft sind. Die „Ecken“ der X-Matrix zeigen dementsprechend folgende Zusammenhänge:

  • links unten: Welche Jahresziele tragen besonders dazu bei, dass das jeweilige Durchbruchziel erreicht wird?
  • links oben: Welche Maßnahmen, Projekte, Aktivitäten, Prozessverbesserungen und Taktiken sind geplant, um das jeweilige Jahresziel zu erreichen?
  • rechts oben: Welche Kennzahl und welches Ergebnis drücken aus, dass die Maßnahme erfolgreich war?
  • rechts unten: Welches Durchbruchziel profitiert von den Ergebnissen, die dieses Jahr erzielt wurden?

Wie Abbildung 4 zeigt, können rechts der Ergebnisse noch die Teams oder Fachbereiche genannt werden, die mit der Umsetzung der geplanten Maßnahmen betraut sind und welche außerdem betroffen sind. Auch dieser Zusammenhang kann über die Beziehungsmatrix rechts oben sichtbar gemacht werden.

Hierarchie mehrerer X-Matrizes

Schließlich kann ein System mehrerer X-Matrizes für die einzelnen Unternehmensebenen entstehen – entsprechend der Zielhierarchie und der Kaskadierung der Ziele, Strategien und Maßnahmen. An die Stelle der Durchbruchziele in der X-Matrix auf Unternehmensebene treten dann die Zielvorgaben der jeweils übergeordneten Ebene.

Also die Jahresziele des Unternehmens werden zu den Durchbruchzielen des Fachbereichs. Dieser wiederum plant seine Bereichsziele, Maßnahmen und Ergebnisse in seiner X-Matrix. Die Bereichsziele sind dann auf der dritten Ebene die Durchbruchziele für die Teams. Diese Verknüpfung von Zielen und Maßnahmen auf den unterschiedlichen Hierarchieebenen soll sicherstellen, dass am Ende alle Aktivitäten im Unternehmen aufeinander abgestimmt sind – und damit zur Strategieumsetzung und Zielerreichung beitragen.

Praxis

Hoshin Kanri X-Matrix erarbeiten

Erarbeiten Sie X-Matrizes für Ihr Unternehmen und die einzelnen Fachbereiche und Teams. Stimmen Sie diese eng aufeinander ab, indem Sie den kaskadierenden Planungsprozess und das Prinzip des Catchballs anwenden (siehe voriger Abschnitt dieses Handbuch-Kapitels). Stellen Sie dann die X-Matrix für jeden Bereich mithilfe einer der folgenden Vorlagen dar.

Außer der X-Matrix nutzt Hoshin Kanri eine Fülle weiterer Werkzeuge und Methoden und bedient sich dabei vor allem bei Lean Management und Kaizen. Einige dieser Werkzeuge werden im folgenden Abschnitt erläutert.