Jobwechsel meisternWie Sie sich im Unternehmen unentbehrlich machen

Nicht Kompetenz und Leistung entscheiden, ob die Führungskraft oder der Mitarbeiter im Unternehmen unentbehrlich ist. Besonders wichtig: Der Nutzen, den die jeweilige Person für das Unternehmen stiftet. Dabei spielen auch soziale und kommunikative Kompetenzen eine Rolle.

Nutzen für das Unternehmen schaffen

Entscheidend ist, dass die Kernkompetenz der Führungskraft oder des Mitarbeiters deutlich wird. Er muss sichtbar machen, welchen Nutzen das Unternehmen gerade von ihm hat. Um das zu prüfen, müssen die Produkte und Prozesse der Abteilung unter die Lupe genommen werden:

  • Was ist das Kernprodukt oder die wesentliche Dienstleistung der Abteilung für das Unternehmen und die anderen Mitarbeiter? Welches Image haben diese im Unternehmen?
  • Welche Arbeitsschritte fallen an, um dieses Kernprodukt herzustellen oder die Dienstleistung zu erbringen? Wer ist daran beteiligt?
  • Auf welches Know-how und welche Kompetenzen kommt es dabei besonders an?
  • Was schätzen die Vorgesetzten und Kollegen am meisten?

Daraus lässt sich ableiten, welche Führungskräfte und Mitarbeiter unverzichtbar sind – und wer im Grunde nicht mehr gebraucht wird. In diesem Umfeld gilt es dafür zu sorgen, dass das eigene Know-how, die Kompetenzen und Fertigkeiten, aber auch das persönliche Engagement unverzichtbar sind.

Erwartungen und Fehlerkultur im Unternehmen berücksichtigen

Doch Vorsicht! Nicht alle Kompetenzen, die eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter mitbringt, werden auch von den anderen geschätzt. Genauso wichtig ist, was die Kollegen und Vorgesetzten erwarten. Hier gilt es, Selbstbild und Fremdbild miteinander zu vergleichen und Lücken oder Abweichungen zu erkennen. Sie machen deutlich, wo Gefahren lauern und wo es Verbesserungspotenzial gibt.

Besonders riskant wird es, wenn Fehler sichtbar werden. Wer ist schuld? Hier muss vor dem Hintergrund der Fehlerkultur und Unternehmenskultur geprüft werden, welche Reaktion angemessen ist. In manchen Fällen ist ein offensiver Umgang, in anderen ein defensiver zu empfehlen.

  • Offensiv bedeutet: Wer den Fehler begangen hat, steht dazu. Es wird gemeinsam geprüft, wie er behoben und wie die Folgen minimiert werden können. Alle handeln zum Wohl des gesamten Unternehmens. Es geht nicht darum, Schuldige zu bestrafen.
  • Defensiv bedeutet: Wer den Fehler begangen hat, duckt sich. Vielleicht kann er den Fehler sogar vertuschen oder anderen Personen oder den Umständen zuschreiben. In jedem Fall muss eine Strategie gefunden werden, um die persönlichen, negativen Folgen zu minimieren.

Manche Führungskräfte verstehen sich besonders gut darauf, alle Erfolge sich selbst zuzuschreiben – unabhängig davon, ob dies gerechtfertigt ist oder nicht. Für ihre Misserfolge finden sie einen Sündenbock, der schwach ist und sich nicht wehren kann. Ob dieses Führungsverhalten dem Unternehmen nützt, ist zu bezweifeln. Nichtsdestotrotz: In vielen Fällen ist es gängige Praxis. Andere Führungskräfte, Kollegen und Mitarbeiter müssen damit umgehen.

Sich als Kollege sozial verhalten

Ob das eigene Werteverständnis und die Kultur des Unternehmens und das Verhalten der Vorgesetzten und Kollegen zueinander passen – das muss jede Person für sich selbst entscheiden und notfalls auch die Konsequenzen ziehen. Darüber hinaus gibt es aber auch auf der Ebene des alltäglichen Miteinanders und des persönlichen Umgangs viele Gelegenheiten, bei denen es auf die sozialen Kompetenzen besonders ankommt.

Grundlage ist gegenseitiger Respekt. Was immer weiter hilft, sind: Offenheit, Kontakt suchen, sich auf Gespräche einlassen und das Gespräch mit den Vorgesetzten aktiv suchen. Insbesondere dann, wenn es Fragen gibt oder Probleme auftauchen, soll man um Rat und Informationen bitten. Kritik soll konstruktiv verstanden werden.

Wichtig ist außerdem: Sich ein eigenes Bild machen und seine eigene Meinung haben. Diese soll man einbringen und Verbesserungsvorschläge machen. Manche Experten empfehlen: Auch eigene Fehler soll man zugeben. Andere widersprechen und meinen: Es werde allzu schnell zum Sündenbock gemacht, wer seine Fehler zugibt. Der würde zwar zum Wohle des Unternehmens beitragen, aber letztlich seinen Arbeitsplatz verlieren. Niemand könne von einem Mitarbeiter verlangen, den Heldentod zu sterben.

Schlüsselkompetenzen einsetzen

In jedem Fall lohnt es sich, seine sozialen und kommunikativen Kompetenzen einzubringen, genauso wie die Fähigkeiten zum Selbstmanagement. Konkrete Schlüsselkompetenzen sind zum Beispiel:

Kommunikative Kompetenzen

Kommunikative Kompetenzen sind die schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit, Beherrschung von Präsentationstechniken, Diskussionsfähigkeit, partnerorientierte Kommunikation.

Soziale Kompetenzen

Soziale Kompetenzen beinhalten Konflikt- und Kritikfähigkeit, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Durchsetzungsvermögen, Führungsqualitäten oder Kundenorientierung.

Selbstkompetenz

Selbstkompetenz umfasst Selbstständigkeit, Flexibilität, Kreativität, Initiative, geistige Offenheit und Mobilität, Ausdauer, Verantwortungsbereitschaft, Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Umgehen mit Unwägbarkeiten, demokratische Grundhaltung oder ethisches Urteilsvermögen.

Unabhängig davon, ob innerhalb des bisherigen Unternehmens die Stelle gewechselt wird, Führungsaufgaben übernommen werden oder ob man bei einem neuen Arbeitgeber einsteigt – mit der richtigen Einstellung und einer wohlüberlegten Strategie zeigt man schnell, was man kann und sichert sich die neue Position.

Tipp: Schlüsselkompetenzen verbessern

Wie Sie Ihre Soft Skills (Schlüsselkompetenzen) analysieren und systematisch ausbauen und diese verbessern, erfahren Sie im Handbuch-Kapitel Schlüsselqualifikationen.

Praxis

Arbeitsabläufe hinterfragen und verbessern

Analysieren Sie Ihren Tagesablauf:

  • Welche Tätigkeiten sind überflüssig und für das Unternehmen nicht wertvoll?

Schreiben Sie über eine Woche ein Logbuch, in das Sie alle Ihre Tätigkeiten eintragen. Analysieren Sie Ihre Abteilung:

  • Welches Einsparpotenzial könnte ein Außenstehender sehen?
  • Wer macht die entsprechenden Tätigkeiten bisher?

Versuchen Sie, die unproduktiven und nicht nutzbringenden Tätigkeiten wegzugeben. Lassen Sie sich keine entsprechenden Tätigkeiten aufschwatzen. Halten Sie die Ergebnisse Ihrer Situationsanalyse und Ihre Pläne im neuen Job mithilfe der folgenden Vorlage fest.