Problemlösung – Vorgehen und MethodenZielbeschreibung im Vorfeld der Problemlösung

Wenn Sie nach Lösungen für Ihr Problem und Ihre Aufgabe suchen, müssen Sie wissen, was genau diese Lösung leisten soll. Das leiten Sie aus den Zielen ab, die erreicht werden sollen. Vor allem soll das Problem beseitigt werden? Welche weiteren Ziele können wichtig sein? Was muss das Ergebnis leisten?

Was soll mit einer Lösung erreicht werden?

Aus den Erkenntnissen der Problem- und Situationsanalyse lassen sich die Ziele ermitteln, die mit der Problemlösung erreicht werden sollen. Es wird deutlich:

  • Was soll mit der Lösung bewirkt werden?
  • Was kann erreicht werden?

Ziele sind notwendig, um der Lösungsentwicklung eine klare Richtung zu geben. Wenn mehrere Beschäftigte an der Lösung mitwirken, wissen alle, worauf es ankommt. Ziele sind eine Quelle für die Motivation und Identifikation mit der Aufgabe.

Formulieren Sie Zielbeschreibung immer in der Form: Substantiv + Verb. Zum Beispiel: Kosten reduzieren, Mitarbeiterzufriedenheit verbessern, Kundenbindung erhöhen, Fehler vermeiden, … Abbildung 2 gibt eine Übersicht über mögliche Zielbereiche und Ziele, um die es gehen kann.

Abbildung 2: Zielbereiche und Ziele in einem Unternehmen (Beispiele)

Ziele und Maßnahmen unterscheiden

Wichtig dabei ist immer: Ziele von Maßnahmen trennen! Das fällt im Einzelfall oft schwer. So wird beispielsweise nicht das Ziel formuliert: „Kundenbindung erhöhen“, sondern die Maßnahme: „Bonusprogramm für Kunden einführen“.

Hilfreich ist, sich an Erfolgsfaktoren zu orientieren und die Frage zu stellen: Woran erkennen wir, dass wir erfolgreich sind?

Zielkonflikte sichtbar machen mit der Zielbeschreibung

Oft wird nicht nur ein Ziel mit der Problemlösung verfolgt, sondern mehrere Ziele sollen erreicht werden. Diese müssen nicht zusammenpassen; es kann Zielkonflikte geben. In diesem Fall muss ein Ausgleich zwischen den relevanten Zielen erreicht werden – oder Entscheider müssen sagen, welches Ziel im Zweifelsfall das wichtigere ist.

Beispiel für einen Zielkonflikt ist: Die Lösung soll so schnell wie möglich eingesetzt werden. Im Betrieb darf es zu keinen Fehlern kommen.

Ziele klar und unmissverständlich formulieren

Ziele dürfen nicht schwammig oder allgemein formuliert sein, sondern sollten klar und unmissverständlich sein. Das bedeutet insbesondere:

  • Ziele beziehen sich auf einen konkreten Sachverhalt, auf Ihre Aufgabe und Ihr Problem. Es besteht ein direkter Bezug.
  • Ziele sind so formuliert, dass eindeutig sichtbar wird, ob und wann das Ziel erreicht ist.
  • Dabei helfen Kennzahlen, die sich messen lassen, oder Indikatoren, die sich sehen lassen.

Oft werden „klare Ziele“ als SMARTe Ziele bezeichnet, da sie den Anforderungen der SMART-Formel genügen. Ziele sollen demnach spezifisch, messbar, anspruchsvoll, relevant und terminiert sein.

Varianten der Zielbeschreibung

Bei der Zielbeschreibung lassen sich unterscheiden:

  • Gestaltungsziele: Was soll erreicht oder bewirkt werden?
  • Vorgehensziele: Worauf ist bei der Lösungsentwicklung zu achten?

Schließlich sollten Ziele immer schriftlich festgehalten werden.

Praxis

Ziele und erwartete Ergebnisse aufschreiben

Halten Sie für Ihre Aufgabenstellung und das Problem, das Sie lösen sollen, fest, welche Ziele Sie damit erreichen sollen. Mögliche Zielbereiche und Ziele finden Sie in der folgenden Übersicht (Mindmap).

Erstellen Sie dann mit der folgenden Vorlage eine Liste Ihrer wichtigen Ziele:

  • Benennen Sie die Ziele in der Form: Substantiv und Verb.
  • Halten Sie fest, woran sich erkennen oder wie sich messen lässt, ob das jeweilige Ziel erreicht ist.
  • Bestimmen Sie einen Zeitpunkt, bis wann das Ziel erreicht sein soll.

Mit Ihren Zielen und der Situationsanalyse haben Sie eine gute Grundlage geschaffen, um im nächsten Schritt eine oder mehrere gute Lösungen für Ihre Aufgabe und Ihr Problem zu finden. Darum geht es im nächsten Abschnitt des Handbuch-Kapitels.