Angebote schreibenInhalte des Angebots mit Kunden klären

Mit dem Angebot zeigen Sie dem potenziellen Kunden, dass Sie seine Ausschreibung, seine Aufgabe oder sein Problem verstanden haben und dass Sie es lösen können. Dabei müssen Sie beachten, dass die Personen im Buying Center des Kunden unterschiedliche Erwartungen an ein Angebot haben können.

Kundenanfrage für ein Angebot

Meistens beginnt der Prozess der Angebotserstellung mit der Aufforderung des Kunden: „Machen Sie mir mal ein Angebot.“ Damit meint er dann meistens ein schriftliches Angebot, mit dem Sie aus rechtlicher Sicht eine Willenserklärung abgeben; eine wichtige Voraussetzung für das Zustandekommen eines Kaufvertrags. Diese Aufforderung des Kunden kann sich aus unterschiedlichen Situationen heraus ergeben:

  • Der Kunde sendet eine Anfrage per Brief, E-Mail, Telefax oder über Ihre Webseite.
  • Der Kunde ruft an, schildert sein Problem und bittet abschließend um ein Angebot.
  • Der Kunde bespricht sein Problem oder seine Aufgabe mit Ihrem Mitarbeiter im Außendienst und bittet dann um ein Angebot; der Außendienst-Mitarbeiter gibt diese Anfrage weiter oder erstellt das Angebot selbst.

In allen diesen Fällen müssen Sie folgende Informationen von Ihrem Kunden vorab einholen:

  • Wer will das Angebot haben? Diese Person ist Ihr Ansprechpartner und primärer Adressat für das Angebot.
  • Welche Ziele verfolgt der Kunde?
  • Was genau will er haben oder erreichen?
  • Was ist ihm dabei besonders wichtig?
  • Welches Problem will der Kunde lösen?
  • Welches Ergebnis will er haben?
  • Was erwartet der Kunde?
  • Welche Preisvorstellungen hat der Kunde?
  • Worauf sollte der Anbieter aus Kundensicht in Bezug auf Lieferzeit, Auftragsabwicklung oder Finanzierungsangebote achten?
  • Welche rechtlichen Anforderungen sind mit der Kundenanfrage verknüpft? Zum Beispiel Lieferbedingungen oder Einkaufsregelungen des Kunden?
  • Worauf muss der Anbieter außerdem achten?

Manchmal macht der Kunde zu diesen Fragestellungen nur allgemeine und unverbindliche Aussagen. Dann muss mit geeigneten Fragen oder mithilfe eines Beratungsgesprächs nachgeforscht werden, wie die Antworten lauten könnten. In anderen Fällen sind die Kundenanforderungen sehr genau formuliert und dokumentiert: im Lastenheft.

Der Kunde gibt ein Lastenheft mit

Bei komplexen Kundenproblemen und speziellen Produktanfragen kann der Kunde ein Lastenheft erstellen. Das erfolgt meistens dann, wenn es um technische Produkte wie Maschinen, Fahrzeuge, IT-Technologie, Anlagen, Gebäude oder umfassende Beratungsleistungen geht. Im Lastenheft stellt der Kunde zusammen, was genau er von einem Lieferanten und Auftragnehmer erwartet und was dieser leisten muss.

In einem Lastenheft macht der Kunde mehr oder weniger ausführlich Angaben zu folgenden Punkten:

  • Warum und wofür wird die Lösung gebraucht?
  • Worin besteht die Herausforderung?
  • Wichtige Merkmale zum Produkt: Was muss in welcher Beschaffenheit geliefert, entwickelt, konstruiert, hergestellt, erbracht werden? Wie muss das Produkt in ein Gesamtsystem eingepasst werden? Wie sehen die Anwendungsprozesse aus (Anwendungsszenarien)? Woran können Leistung, Qualität, Merkmale gemessen werden? Was sind mögliche Testfälle?
  • Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen: Technische Merkmale, Schnittstellen, gesetzliche Anforderungen, Normen, Sicherheitsanforderungen, Anforderungen aus Sicht der Herstellung, Standort, Umgebung, Anwender etc.
  • Formale Anforderungen: Verantwortlicher Produktmanager, Zeitrahmen, Budget, Einkaufsbedingungen, Lieferbedingungen, Anforderungen zur Finanzierung und zur Zahlungsabwicklung etc.

Das Pflichtenheft kann dann Teil des Angebots sein, indem dort das angebotene Produkt und die zu erbringende Leistung beschrieben sind.

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