Führen ohne VorgesetztenfunktionSo gelingt Führung ohne disziplinarische Macht – laterale Führung

Wie gelingt laterale Führung in der Praxis? Welche Voraussetzungen müssen für die Führung ohne disziplinarische Macht erfüllt sein? Welche Herausforderungen erwarten die Führungskraft und das ganze Team? Welche Rahmenbedingungen hält man am besten schriftlich fest? Wie erstellt das Team einen Arbeitsplan? Und welche Tools helfen bei der lateralen Führung?

Typische Probleme bei der lateralen Führung

Sie erhalten in Ihrem Unternehmen eine Sonderaufgabe oder dürfen ein Projekt leiten. Das ist die Chance, zu zeigen, was Sie können, und sich zu empfehlen. Sie freuen sich auf die Aufgabe. Doch allein schaffen Sie es nicht.

Sie benötigen Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen aus Ihrer und aus anderen Abteilungen. Also bilden Sie ein Projekt- oder Arbeitsteam. Das Kick-off-Meeting ist erfolgreich. Sie haben einen Arbeitsplan erstellt und die Aufgaben verteilt.

Kurz vor Ihrem Präsentationstermin bei Ihrer Chefin stellen Sie fest, dass ein Teil Ihrer Teamkollegen noch gar nicht angefangen hat und ein anderer Teil Ergebnisse geliefert hat, die unbrauchbar sind. Die Folge: Ärger und Stress. Das Schlimmste ist, dass Sie keine Möglichkeit haben, die Aufgaben von Ihren Kollegen einzufordern oder gar Sanktionen zu verhängen. Denn Sie sind ja nicht deren Vorgesetzter. Das sind die typischen Probleme der lateralen Führung.

Herausforderungen für Führungskräfte ohne disziplinarische Macht

Sie sind zwar für das Projekt eine Führungskraft, aber Ihnen fehlt die disziplinarische Macht. Das ist eine der größten Herausforderungen für einen Mitarbeiter in einem Unternehmen. Und mit der zunehmenden Projektarbeit, mit immer mehr Arbeitskreisen und Teamarbeit nimmt diese Problematik zu.

Sie kann negative Folgen haben, manchmal kann daraus sogar ein handfester Konflikt im Team und mit Ihren Kolleginnen und Kollegen entstehen. Die Gründe sind:

  • Die Teamleitung ohne disziplinarische Macht fühlt sich allein gelassen, hilflos, gestresst und verärgert – mit manchmal schweren psychischen und physischen Folgen.
  • Die Kollegen sind irritiert. Manche fühlen sich zwischen zwei Stühlen – dem Teamleiter einerseits und dem disziplinarischen Vorgesetzten andererseits. Sie kennen die Prioritäten nicht und fühlen sich überfordert.
  • Andere nutzen bewusst oder unbewusst die Möglichkeit, den Teamleiter auflaufen zu lassen.
  • Es entstehen Teamkonflikte. Die Folge ist, dass das Projekt nicht vorankommt, die Ziele nicht erreicht werden und alle Beteiligten demotiviert sind. Für das Unternehmen ein großer Schaden.