Führen ohne VorgesetztenfunktionRückmeldung an Teammitglieder und Kollegen geben

Wie können Sie Rückmeldungen an das Team zweckorientiert geben? Welche Formulierungen unterstreichen die Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden? Und was tun Sie als Führungskraft, wenn die Zusammenarbeit nicht funktioniert? 6 Regeln für eine wirkungsvolle Rückmeldung.

Wenn die Zusammenarbeit nicht klappt

Ein Teammitglied erscheint zu Besprechungen grundsätzlich zu spät oder bringt sich nur mit destruktiven Bemerkungen ein. Ein Kollege hält vereinbarte Termine nicht ein. Eine andere Kollegin liefert kurz vor dem Abgabetermin ein Ergebnis, mit dem Sie nichts anfangen können.

Als Führungskraft ohne disziplinarische Macht haben Sie zunächst keine Möglichkeit, schlechte Leistungen oder Fehlverhalten zu sanktionieren. Sie können keine Anweisungen erteilen und den betroffenen Teammitgliedern sagen, was sie tun sollen. Aber Sie können Rückmeldung geben.

Sie sollten immer deutlich vermitteln, wenn etwas fehlt oder was verbessert werden muss. Sie müssen klar sagen, was Ihnen an der Leistung oder am Verhalten einer Person missfällt und welche Erwartungen Sie haben. Um den Betroffenen nicht zu überrumpeln, ihn zu verärgern oder zu provozieren, müssen Sie sich an Regeln halten, damit die Rückmeldung ankommt und Wirkung zeigt.

Feedback geben – 6 Regeln für Führungskräfte

1. Rückmeldung sofort geben
Rückmeldungen müssen unmittelbar erfolgen, nachdem das Ereignis eingetreten ist. Dann ist auch die betreffende Person offen für eine Rückmeldung und es werden keine Emotionen aufgestaut.

2. Rückmeldung vertraulich geben
Das Gespräch sollte vertraulich unter vier Augen geführt werden. Die kritisierte Person sollte keinen Gesichtsverlust vor anderen erleiden. Ausnahme: Loben darf man auch vor anderen.

3. Kosten und Nutzen der Rückmeldung abwägen
Fragen Sie sich: Welche Vorteile und welche Nachteile bringt es mir, wenn ich meinen Mitarbeiter jetzt kritisiere? Häufige Rückmeldung oder Ermahnungen wegen Kleinigkeiten kann nach einer Weile keine Wirkung mehr haben oder den Mitarbeiter grundsätzlich demotivieren.

4. Eigene Einschätzung hinterfragen
Die eigene Einschätzung hinterfragen und prüfen, was Ihre persönlichen Beweggründe sind, wenn Sie einen Mitarbeiter kritisieren wollen. Sind es grundsätzliche Einstellungen oder wirklich nur bestimmte Sachverhalte? Bleiben Sie bei den Rückmeldungen ausgewogen und gerecht gegenüber allen.

5. Die Meinung des anderen erfragen
Wenn Sie eine Rückmeldung geben, lassen Sie den Mitarbeiter seine Leistung oder sein Verhalten selbst bewerten. Beispiele: „Was halten Sie von Ihrem Ergebnis?“ oder: „Wie sehen Sie Ihre Rolle in unseren Besprechungen?“ Eine solche Frage können Sie vor oder nach Ihrem Feedback stellen.

6. Kritik dosieren
Sprechen Sie nur die Themen an, die besonders wichtig sind. Sprechen Sie also nicht alles an, was sich angestaut hat, sondern nur die Punkte, die wichtig sind, um Leistungen zu verbessern und die Projektziele zu erreichen.