Mitarbeitergespräche führenWie Sie ein Beratungsgespräch oder Informationsgespräch führen

Wenn Sie sich als Führungskraft bei Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern informieren müssen, um eine Entscheidung zu treffen, führen Sie ein Beratungs- oder Informationsgespräch. Entscheidend dabei sind die richtigen Techniken für das Zuhören und das Fragen. Orientieren Sie sich dazu an folgendem Gesprächsleitfaden für ein Beratungs- oder Informationsgespräch.

Wofür brauchen Sie Informationen von Ihren Mitarbeitern?

Ein Beratungs- oder Informationsgespräch dient Ihnen als Vorgesetzter oder Vorgesetzte dazu, sich selbst zu informieren und vom Wissen Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu profitieren. Sie können mit diesen Informationen besser entscheiden oder sich begründet eine eigene Meinung bilden. Hierzu sprechen Sie mit den Menschen im Unternehmen, die Ihnen dafür qualifizierte Informationen geben können. Machen Sie sich im Vorfeld klar, welche Informationen Sie benötigen. Fragen Sie sich:

  • Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Gespräch?
  • Wofür brauchen Sie die Informationen?
  • Was soll im Ergebnis am Ende des Gesprächs herauskommen – nicht der Inhalt, sondern die Art des Ergebnisses?

Techniken für das Zuhören

Entscheidend beim Beratungs- oder Informationsgespräch sind die richtigen Techniken für das Zuhören und das Fragen. Beim Zuhören ist wichtig:

Hören Sie geduldig zu

Lassen Sie die andere Person aussprechen!

Hören Sie genau zu

Verfolgen Sie alle Informationen und Argumente. Flüchten Sie nicht in Ihre Gedanken, weil Sie nach der Hälfte des Satzes meinen, Sie hätten alle Informationen. Machen Sie sich bei Bedarf Notizen.
Halten Sie Blickkontakt. Äußern Sie sich mit Kopfnicken, mmh oder aja. Fragen Sie nach: „Wie meinen Sie das? Was meinen Sie mit ...? Welche Bedeutung hat ...? Was genau ist ...?“

Hören Sie aktiv zu

Damit geht das Zuhören in das Fragen über. Wenn Ihr Gegenüber Ihre Geduld sehr stark strapaziert, dann stellen Sie eine Frage, denn es gilt: Wer fragt, der führt!

Techniken für das Fragen

Wer genau und aktiv zuhört, stellt auch Fragen. Folgende Fragetechniken helfen bei einem Beratungs- oder Informationsgespräch:

Stellen Sie offene Fragen

Offene Fragen sind diejenigen, die eingeleitet werden mit: Was, Wie, Warum, Wofür, Wann, Wie lange oder Womit. Lassen Sie sich mit offenen Fragen nicht Ihre Meinung bestätigen, sondern sammeln Sie so viele Informationen wie möglich.

Geben Sie Ihren Eindruck wieder

Geben Sie Ihren Eindruck in Form einer Frage wieder, aber nicht zu floskelhaft: „Wie beurteilen Sie das?”, „Worauf basieren hier Ihre Erfahrungen?”, „Welche Bedeutung messen Sie dem bei? Welche Folgen kann das aus Ihrer Sicht haben?”, „Inwiefern ist das schwierig?”

Spiegeln Sie

Geben Sie das Gesagte kurz in Ihren eigenen Worten wieder: „Sie meinen also, dass ...? Wenn ich Sie richtig verstehe, ...?“

Interpretieren Sie

Geben Sie eine Interpretation des Gesagten wieder: „Das klingt, als wäre das ein Problem?“ Hierbei können Sie auch körperliche Signale ansprechen: „Sie schauen noch so skeptisch?“ Oder: „Sie sind von der Sache ziemlich begeistert?”

Tipp: Mit Fragen mehr erfahren

Nutzen Sie die unterschiedlichen Fragetechniken, Frageformen und systemische Fragen, um Informationen zu erhalten und Gespräche zu führen. Wie Sie dazu vorgehen und welche Fragen wofür hilfreich sind, lesen Sie im Handbuch-Kapitel zu Fragetechniken und zu Systemischen Fragen.

Praxis

Zuhören und Fragen üben

Beachten Sie sich selbst und Ihre Kollegen beim Zuhören:

  • Welche Fragen fallen Ihnen zum aktiven und genauen Zuhören noch ein?
  • Legen Sie sich ein Repertoire solcher Fragen zu.

Gesprächsleitfaden für ein Beratungs- oder Informationsgespräch

Zur Vorbereitung auf das Mitarbeitergespräch können Sie sich grob am folgenden Leitfaden orientieren (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Gesprächsleitfaden für ein Beratungs- oder Informationsgespräch

Beratungs- und Informationsgespräche sind meist sachlich und fachlich. Doch wenn es um Entscheidungen geht, die für die Betroffenen negative Folgen haben, dann kann es sehr emotional werden. Umso wichtiger ist, dass Sie Entscheidungen richtig mitteilen und zu ihnen stehen. Wie Sie dazu vorgehen, lesen Sie im folgenden Abschnitt dieses Handbuch-Kapitels.