Working Capital ManagementProjekte zum Working Capital Management umsetzen

Working Capital Management ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, um Abläufe zu beschleunigen und perfekt aufeinander abzustimmen. Diesen müssen Sie im Unternehmen einführen und verankern. Dabei helfen Methoden des Kaizen. In diesem Abschnitt wird erläutert, wie Sie dabei vorgehen können.

Vorgehensweise Projektplanung

Wenn es im Unternehmen viele Lager und hohe Bestände gibt, wenn trotzdem nicht geliefert werden kann, weil wichtige Teile fehlen, wenn der Forderungsbestand und Zahlungsausfälle hoch sind und Kunden häufig reklamieren, bevor sie bezahlen – dann sind das untrügliche Signale für ein schlechtes Working Capital Management. Das heißt, es gibt einige Verbesserungspotenziale, die es zu nutzen gilt. Dafür empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  1. Analyse der Bilanzpositionen und Prozesse im Hinblick auf Schwachstellen.
  2. Ziele definieren und mit strategischen Zielen abgleichen.
  3. Kennzahlen zur Messung der Zielerreichung definieren.
  4. Hauptproblemfelder festlegen und sich auf wenige Aktionen fokussieren.
  5. Ansatzpunkte für Verbesserungen identifizieren und fixieren.
  6. Maßnahmenplan für alle betroffenen operativen Prozesse entwickeln.
  7. Maßnahmenplan prüfen auf Konflikte mit strategischen Zielen; potenzielle widersprüchliche Folgen identifizieren und abwägen.
  8. Maßnahmen umsetzen, Prozesse neu beschreiben, Verfahrensanweisungen erstellen, Schulungen durchführen, Prozessunterstützung geben etc.
  9. Erfolg der Maßnahmen überwachen; ist alles umgesetzt?
  10. Kennzahlen zum Working Capital Management verfolgen und auswerten.
  11. Nächste Ansatzpunkte aufgreifen und verbessern.
  12. Prozesse kontinuierlich optimieren.

Working Capital Management als Kaizen-Prozess

Working Capital Management ist kein einmaliges Projekt, sondern ständige Aufgabe für jedes Unternehmen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen sind dazu aufgerufen, unnötige Kapitalbindung und Verschwendung zu erkennen und Abhilfe zu schaffen. Einen wichtigen Beitrag dazu können Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung von Prozessen – das sogenannte Kaizen – liefern. Dort sind einige grundlegende Prinzipien formuliert, die für das Working Capital Management essenziell sind.

Verbesserung und Erhaltung

Wenn ein neuer Prozess eingeführt ist, dann beginnt der „Verschleiß“. Es schleichen sich nach und nach Fehler oder Nachlässigkeiten ein, Abläufe dauern immer länger. Aus diesem Grund müssen Maßnahmen zur Erhaltung der schlanken Abläufe durchgeführt werden.

Prozess- und Ergebnisorientierung

Das Denken in Prozessen und ein ausgeprägtes Kostenbewusstsein fördern, dass die Aktivitäten zur kontinuierlichen Verbesserung nicht auf einzelne Symptome oder die Fehlerbeseitigung ausgerichtet sind. Wichtig ist, Fehler ein für alle Mal zu beseitigen.

Standardisierung und Veränderung

Prozesse müssen weitgehend standardisiert sein, damit Fehlermöglichkeiten minimiert werden. Gleichzeitig bietet jeder Prozess ständig Ansatzpunkte zur Verbesserung, die es zu erkennen und zu nutzen gilt. Dies ist bei Kaizen kein Gegensatz.

Kunden-Lieferanten-Beziehungen

Zum Denken in Prozessen gehört das Denken in Form einer Kunden-Lieferanten-Beziehung. Jeder einzelne Bereich und jeder Mitarbeiter verstehen sich als Lieferanten für die Kunden. Das eigene Handeln muss an den Anforderungen dieses internen oder externen Kunden ausgerichtet sein. Das fördert Schnelligkeit und Zielstrebigkeit.

Datenorientierung

Um die Qualität der Prozesse beurteilen und Verbesserungspotenziale erkennen zu können, müssen diese auf der Grundlage messbarer Größen beurteilt werden.

Mitarbeiterbeteiligung

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen die Denkweise von Working Capital Management und der dabei notwendigen kontinuierlichen Verbesserung verinnerlicht haben und als ihre selbstverständliche und permanente Aufgabe begreifen. Das setzt voraus, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv beteiligt werden. Nur wenn sie Methoden und Werkzeuge des Working Capital Managements und der kontinuierlichen Verbesserung kennen, können sie diese einsetzen.

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