Entscheidungsvorlage erstellenBewertungskriterien für die Entscheidung herleiten

Woran lassen sich gute und schlechte Lösungen erkennen? Wenn Sie in Ihrer Entscheidungsvorlage Lösungen bewerten, müssen Sie klären, woran die Lösungen gemessen werden. Aus den Zielen des Unternehmens und der Stakeholder leiten Sie die Kriterien ab, die Sie für die Lösungsbewertung brauchen und die zu einer Entscheidung führen.

Welche Ziele sind für die Bewertung wichtig?

Vor einer Entscheidung werden Handlungsoptionen oder Lösungsalternativen bewertet. Dabei wird geprüft, welche Alternative am meisten zur Zielerreichung beiträgt. Das ist die beste Lösung. Deshalb braucht es zunächst Ziele. Das Problem dabei ist: Es kann viele und unterschiedliche Ziele geben, die mit der Entscheidungssituation verknüpft sind. Denn oft sind die (vielfältigen) Interessen von unterschiedlichen Personen betroffen. Sie können für den Entscheider mal mehr, mal weniger relevant sein. Um die Ziele zu ermitteln, sind folgende Fragen zu klären:

  • Was ist für das Unternehmen wichtig?
  • Was erwarten die Geschäftsleitung oder leitende Manager?
  • Was hoffen oder befürchten die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
  • Was sind die Ziele und Erwartungen anderer Personen, die von der Entscheidung und von den damit eventuell verbundenen Konsequenzen betroffen sind?

Mit diesen Fragen und den dazugehörenden Antworten ermitteln Sie, welche Ziele für die Entscheidung wichtig sind. So kann aber auch eine lange Liste unterschiedlicher Ziele entstehen und es können sich Zielkonflikte zeigen. Was für den einen wichtig ist, lehnt ein anderer ab. Sachlich wichtig sind die Unternehmensziele oder Bereichsziele. Für die Entscheidung, den Entscheidungsprozess und die Umsetzung der damit verbundenen Maßnahmen sind aber auch die persönlichen Ziele der sogenannten Stakeholder (Anspruchsgruppen) zu beachten. Das sind vor allem die beteiligten und betroffenen Mitarbeiter sowie interessierte Kreise.

Rahmenbedingungen und K.O.-Kriterien identifizieren

Neben den Zielen kann es Rahmenbedingungen geben, die bei der Bewertung von Handlungsoptionen und Lösungen relevant sind. Das können beispielsweise sein:

  • wirtschaftliche Kriterien: Passt die Lösung zur Unternehmensstrategie? Wird das vorgegebene Budget eingehalten?
  • technische Kriterien: Ist die Lösung technisch kompatibel mit bereits eingesetzten Systemen? Ist die Technik getestet und funktionsfähig?
  • organisatorische Kriterien: Passt die Lösung zu den bestehenden Prozessen? Sind die Mitarbeiter kompetent, um die Lösung anzuwenden?
  • rechtliche Kriterien: Ist die Lösung rechtlich zulässig? Passt sie zu relevanten Normen oder Vereinbarungen?

Solche Rahmenbedingungen können als Zielvorgaben interpretiert werden, die in jedem Fall eingehalten werden müssen. Die Konsequenzen wären ansonsten Strafen (bei Verstoß gegen Rechtsvorgaben), besondere Risiken (bei unausgereifter Technik) oder sehr hohe Kosten (bei aufwendiger Integration in bestehende Organisationsstrukturen und Abläufe). Solche Rahmenbedingungen oder Zielvorgaben haben für die Bewertung der Handlungsoptionen den Charakter von K.O.-Kriterien, wenn sie in jedem Fall eingehalten werden müssen.

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