Investitionsrechnung und Methoden zur BewertungKostenvergleichsrechnung – Vorgehensweise und Beispiel

Mit der Kostenvergleichsrechnung bewerten Sie Produkte, die für eine Kaufentscheidung anstehen. Die Produkte haben die gleichen Leistungsmerkmale. Das Produkt mit den geringsten Kosten ist das wirtschaftlichste und sollte gewählt werden. Schwierig ist, die Vergleichbarkeit bei Leistung und Kosten zu gewährleisten. Wie gehen Sie dazu vor?

Was ist eine Kostenvergleichsrechnung?

Mit der Kostenvergleichsrechnung ermitteln Sie das Produkt, den Prozess oder ein anderes Objekt, das für Sie mit den geringsten Kosten verbunden ist. Bei einer Kostenvergleichsrechnung geht es darum, das Produkt zu kaufen, das am günstigsten ist, oder den Prozess zu nutzen, der die geringsten Kosten hat. Dazu werden mindestens zwei Objekte (Produkte, Prozesse etc.) und die jeweiligen Kosten miteinander verglichen.

Für den Kostenvergleich stellen Sie alle Kosten zusammen, die mit einem Objekt verbunden sein können. Das ist zunächst vor allem der Kaufpreis; aber auch Kosten für Lieferung, Installation, Wartung, Schulung, Betriebsstoffe, Energie oder Entsorgung können dazu gehören. Die Summe aller Kosten für ein Objekt wird mit den Gesamtkosten für die anderen Objekte verglichen.

Die Kostenvergleichsrechnung wird meistens dann für die Entscheidungsfindung genutzt, wenn es um den Einkauf von Produkten oder Dienstleistungen geht. Umsätze, Erträge oder Erlöse, die damit erzielt werden, spielen keine Rolle. Oder Nutzen und Ertrag sind bei allen zur Auswahl stehenden Produkten gleich, weil sie unabhängig von der Entscheidung für eines der Produkte sind. Wenn sich die Erträge doch unterscheiden, sollte eine andere Methode, wie zum Beispiel die Gewinnvergleichsrechnung, für die Entscheidung genutzt werden.

Warum ist eine Kostenvergleichsrechnung manchmal schwierig?

Das Problem bei der Kostenvergleichsrechnung ist, dass „Äpfel nicht mit Birnen, sondern mit anderen Äpfeln“ verglichen werden müssen. Das bedeutet:

  • Die Leistung der Produkte oder Prozesse muss gleich sein. Sind sie identisch, ist das einfach; aber oft haben gleichartige Produkte oder Prozesse nicht die genau gleichen Leistungsmerkmale.
  • Es müssen die gleichen Kosten verglichen werden. Wenn eine Kostenart zum Vergleich herangezogen wird, muss diese Kostenart auch für alle anderen Vergleichsobjekte ermittelt und berücksichtigt werden.
  • Bei Produkten werden im einfachsten Fall die jeweiligen Kaufpreise berücksichtigt. Wenn die Produkte bei der Anwendung weitere Kosten verursachen, können diese ebenfalls berücksichtigt werden; dann wird ein Vergleich nach der Methode Total Cost of Ownership durchgeführt.
  • Bei Prozessen braucht es eine zeitliche Abgrenzung der Kosten. Hier werden meist alle Kosten betrachtet, die im Laufe eines Jahres anfallen können. Wenn sich die Kosten später ändern können, müssen mehrere Jahre betrachtet werden.

Um eine möglichst gute Vergleichbarkeit der Kosten zu gewährleisten, müssen Sie prüfen, auf was Sie die Kosten beziehen. Wenn sich zum Beispiel zwei Produkte in ihrer Lebensdauer und Haltbarkeit (Leistungsmerkmale) deutlich unterscheiden, müssen Sie die Kosten umrechnen auf ein Jahr.