Design ThinkingDesign Thinking in der Organisation etablieren

Design Thinking ist kein einmaliges Projekt, sondern sollte als Managementmethode für Innovationen fest im Unternehmen eingeführt und verankert werden. Dazu müssen Vorgehensweise und Methoden in die betroffenen Organisationseinheiten eingeführt und dort praktiziert werden. Eine Verknüpfung mit agilen Managementmethoden ist dabei hilfreich.

Einbettung des Design Thinking in die Organisation

Der Einsatz neuer Managementmethoden bringt mitunter nicht den gewünschten Erfolg. Dies liegt jedoch oft nicht daran, dass die Methode ungeeignet oder von vornherein unpassend wäre; vielmehr wird die Anwendung nicht wirksam innerhalb der Organisation verankert, sodass die Bemühungen ins Leere laufen.

Design Thinking begünstigt die Schaffung innovativer Produkte und Dienstleistungen und wirkt somit indirekt auf den Unternehmenserfolg. Darüber hinaus können mit Design Thinking weitere, direkte Ziele verfolgt werden. Vor der Einführung sollten diese Ziele definiert werden.

Zu berücksichtigen sind zum Beispiel Feedbackschleifen innerhalb der lernenden Organisation, Verbesserungsprozesse im Qualitätsmanagement oder Abläufe im Wissensmanagement einer Organisation. Die Ergebnisse des Design Thinking können zu all diesen beitragen. Sie können dies aber nur, wenn Design Thinking entsprechend in der Organisation dauerhaft etabliert wird.

Daher ist zu überlegen, welche Organisationseinheiten für die Zielerreichung eingebunden werden müssen und welche Abläufe zu berücksichtigen und anzupassen sind. Ohne diese Überlegungen besteht das Risiko, das Design Thinking-Vorhaben zu einer Insellösung werden. Das heißt, die Ergebnisse würden nicht beachtet werden, die Aufwände liefen ins Leere.

Die Organisationseinheiten, die in das Design Thinking eingebunden werden sollen, betten dies am einfachsten dadurch ein, dass sie mit den entsprechenden Methoden und Tools arbeiten und sich am Prozessdurchlauf orientieren.

Tools auswählen für einen Prozessdurchlauf beim Design Thinking

In den vorigen Abschnitten dieses Handbuch-Kapitels wurde eine Vielzahl an Methoden, Werkzeugen und Moderationsformaten vorgestellt. Sie werden beim Design Thinking meist „Tools“ genannt. Das sind Formate, um in der Gruppe, im Design Thinking-Team, die Ziele der jeweiligen Phase optimal zu erreichen. Wie wählt man aus einer Fülle an Tools nun die passenden aus?

Eine erste Einteilung ergibt sich aus der jeweiligen Phase, in der man sich befindet; die Design Thinking-Literatur teilt die Tools entsprechend ein. Jedenfalls empfiehlt es sich, die Tools für einen gesamten Durchlauf vorab auszuwählen, basierend auf den jeweiligen Zielsetzungen. Unterschiedliche Tools setzen unterschiedliche Schwerpunkte und diese sollten über eine Iteration hinweg zusammenpassen. Die Auswahl ist dabei jedoch nicht in Stein gemeißelt; es ist natürlich möglich, die Tool-Auswahl anzupassen, falls dies zu absehbar besseren Ergebnissen führt.

Neben den Zielsetzungen soll die Auswahl auch die Zusammensetzung des Teams und den bisherigen Verlauf des Design Thinking-Geschehens berücksichtigen. Dabei bewährt es sich, mögliche alternative Routen bereits im Vorfeld zu überlegen, um im Bedarfsfall die Auswahl rasch anpassen zu können.