Balanced Scorecard (BSC)Kennzahlen für die Lern- und Entwicklungsperspektive der Balanced Scorecard (BSC)

Die Kennzahlen zur Lern- und Entwicklungsperspektive zeigen auf, ob das Unternehmen die Ressourcen, Potenziale und Kompetenzen besitzt, um sich dauerhaft zu entwickeln und zu verbessern. Relevante Fragen sind: Beherrschen die Mitarbeiter die neuen Technologien? Sind die Mitarbeiter bereit, ihre Kompetenzen zu erweitern oder zu erneuern?

Technologie beherrschen und engagierte Mitarbeiter

Die Kennzahlen der Lern- und Entwicklungsperspektive sind auf die wichtigen „Ressourcen“ Mitarbeiter, Kompetenz und Technologie in Ihrem Unternehmen ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen die Fähigkeiten, das Know-how und die Erfahrungen Ihrer Mitarbeiter. Welche gibt es? Wie sind diese Kompetenzen ausgeprägt? Wie entwickeln sich die Mitarbeiter? Wie funktionieren Trainings und das Lernen? Wie werden die Mitarbeiter qualifiziert?

Die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens hängt auch vom Engagement der Mitarbeiter ab. Wie motiviert sind diese und wofür setzen sie sich ein? Das wird unter anderem von der Mitarbeiterzufriedenheit beeinflusst.

Schließlich brauchen die Mitarbeiter wirksame Werkzeuge in Form von Computern, Maschinen und Informationen. Welche Technologien werden in diesen Bereichen in Ihrem Unternehmen eingesetzt? Wie innovativ ist Ihr Unternehmen in Bezug auf die Anwendung neuer Technologien? Funktionieren der Informationsfluss und die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern?

Beispiele für Früh- und Spätindikatoren und Kennzahlen der Lern- und Entwicklungsperspektive

Mit den Fragestellungen, die Sie im Rahmen der Lern- und Entwicklungsperspektive Ihrer Balanced Scorecard behandeln, schärfen Sie den Blick auf die Fähigkeiten und das Potenzial Ihrer Mitarbeiter und auf die Nutzung der Informationstechnologie. Diese Faktoren haben meist eine langfristige Bedeutung und sind gerade deshalb wichtig.

Spätindikatoren für die Lern- und Entwicklungsperspektive sind beispielsweise:

  • Mitarbeiterzufriedenheit
  • Mitarbeitertreue
  • Mitarbeiterproduktivität

Frühindikatoren für die Lern- und Entwicklungsperspektive sind beispielsweise:

  • Mitarbeiterfortbildung
  • Verbesserungsvorschläge durch die Mitarbeiter
  • Zielausrichtung und Zielerfüllung durch Ihre Mitarbeiter
  • Teamfähigkeit
  • informelle Infrastruktur (Informations- und Kommunikationsflüsse)

Kennzahlen zu diesen Indikatoren sind:

  • Durchschnittlicher Krankenstand
  • Bereitschaft zu unbezahlten Überstunden
  • Steigerung von Stellenbewerbungen aus dem Bekanntenkreis Ihrer Mitarbeiter
  • Fluktuationsrate
  • durchschnittliche Firmenzugehörigkeit in Jahren
  • Kündigungsquote bei in den letzten fünf Jahren eingestellten Mitarbeitern
  • Anteil der Mitarbeiter, die Mitgesellschafter sind
  • Umsatzwachstum pro Mitarbeiter
  • mitarbeiterbezogener Deckungsbeitrag
  • Wachstum des Deckungsbeitrags
  • Sprachkenntnisse des Vertriebs
  • Rückgang der Reklamationen
  • Summe der aus Fortbildungsveranstaltungen aufgegriffenen Ideen oder Verbesserungsvorschläge
  • Anzahl der Verbesserungsvorschläge
  • Umsetzung der Verbesserungsvorschläge
  • Teilnehmerquote beim Betriebsausflug
  • Anteil der Mitarbeiter-Fahrzeuge mit Firmenaufkleber
  • Anteil der in Ausschüssen engagierten Mitarbeiter
  • Anzahl der Software-Anwendungen, die ein Mitarbeiter beherrscht (Durchschnitt)
  • Anteil nicht verwerteter Softwarelösungen
  • Abrufbarkeit verfügbarer Auswertungen
  • Schnelligkeit von Abschlussberichten

Wenn Sie die für Ihre Balanced Scorecard relevanten Kennzahlen der Lern- und Entwicklungsperspektive ermittelt und definiert haben, müssen Sie für Ihren Verantwortungsbereich (wie bei den Kennzahlen der Kundenperspektive) Soll-Vorgaben abstimmen und festlegen. Arbeiten Sie dabei mit Bandbreiten (Toleranzen).

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