Arbeitstechniken für strukturiertes ArbeitenMorphologischer Kasten – Definition, Anwendung, Vorteile

Mit der Methode des Morphologischen Kastens können Sie schwierige Probleme in einfacher zu lösende Teile zerlegen und dafür mögliche Lösungen aufzeigen. Damit ist der Morphologische Kasten eine Denkmethode und eine Visualisierungstechnik für umfangreiche oder komplexe Aufgaben.

Was ist der Morphologische Kasten?

Manche Aufgaben und Probleme sind so umfassend und komplex, dass sich kaum auf Anhieb eine gute Lösung finden lässt. Dann ist es hilfreich, das große Problem in mehrere kleine zu zerlegen und diese einzeln zu lösen.

Diese Denkmethode der Zerlegung und Schritt-für-Schritt-Lösungen wird mit dem Morphologischen Kasten aufgegriffen und genutzt.

Morphologisch bedeutet: „Die äußere Gestalt betreffend“. In einem Morphologischen Kasten beschreiben Sie in strukturierter Form die äußere Gestalt eines Sachverhalts. Das kann ein Produkt, ein System oder auch ein Konzept (oder Teile davon) sein. Das hat mehrere Vorteile.

Vorteile des Morphologischen Kastens

  • Der Morphologische Kasten verschafft einen Überblick über alle Eigenschaften oder Elemente eines Sachverhalts. Insofern zeigt er die einzelnen Elemente, in die Sie Ihre Aufgabe oder Ihr Problem zerlegen, um diese einzeln zu lösen.
  • Der Morphologische Kasten bildet die einzelnen Elemente nur ab; er „produziert“ keine Lösungen oder Antworten. Diese müssen über andere Methoden, zum Beispiel Kreativitätstechniken, entwickelt werden. Da dabei aber einzelne Elemente gelöst werden, ist das meistens einfacher.
  • Der Morphologische Kasten eignet sich auch sehr gut, um Alternativen zu entwickeln und den Entscheidungsprozess transparent zu machen. Er hilft, aus unterschiedlichen Elementen Lösungsansätze zu kombinieren.

Anwendung des Morphologischen Kastens

Um einen Morphologischen Kasten zu entwickeln, folgen Sie der folgenden Anleitung:

  1. Definieren Sie Ihr Problem: Beschreiben Sie, worum es geht und wofür Sie eine Lösung brauchen.
  2. Bestimmen Sie die Elemente, Merkmale, Teile, Parameter oder Kriterien, die zum Problem gehören. Diese Kriterien können beispielsweise das Ergebnis eines Brainstormings sein. Damit zerlegen Sie Ihr Problem.
  3. Suchen Sie nach Lösungsmöglichkeiten für jedes einzelne Element. Hier können Sie ebenfalls die Ergebnisse eines Brainstormings nutzen.
  4. Dann erstellen Sie eine Tabelle. In der ersten Spalte schreiben Sie die in Schritt 2 bestimmten Elemente untereinander auf.
  5. In allen weiteren Spalten tragen Sie für jedes Element denkbare Lösungsmöglichkeiten ein.
  6. So entsteht eine Tabelle mit vielen möglichen Teillösungen, wie in der folgenden Abbildung 2 dargestellt (für das Beispiel einer Reiseplanung).
  7. Bewerten Sie die einzelnen Teillösungen nach für Sie wichtigen Kriterien: technisch machbar, geringe Kosten, besonders innovativ etc.
  8. Beschreiben Sie dabei die attraktiven Teillösungen etwas ausführlicher, um zu erkennen, welche Folgen diese haben könnten.
  9. Kombinieren Sie die Teillösungen zu Gesamtlösungen zu Ihrem Problem. Sie können dabei mehrere Alternativen entwickeln.
Abbildung 2: Morphologischer Kasten
Praxis

Überlegen Sie:

  • Welche komplexen und schwierigen Aufgaben fallen in Ihrem Arbeitsbereich an?
  • Wie haben Sie diese gelöst?

Inwiefern könnte die Methode des Morphologischen Kastens bei der Lösung dieser Aufgaben helfen?

Probieren Sie dies einfach aus. Nutzen Sie die folgenden Vorlagen für die Erstellung eines Morphologischen Kastens, indem Sie Ihr Problem formulieren, die Elemente und Teile bestimmen, in die sich dieses Problem zerlegen lässt, und die Lösungsmöglichkeiten ermitteln.