PersonalbeschaffungRecruiting und Onboarding von Azubis
Warum Azubi-Recruiting für Unternehmen wichtig ist
Viele Unternehmen suchen händeringend nach Auszubildenden. Trotzdem bleibt Jahr für Jahr eine hohe Zahl an Ausbildungsplätzen in Deutschland unbesetzt.
Deshalb hat es für Unternehmen eine große Bedeutung, die passenden Azubis zu finden und auszuwählen. Ein gut strukturierter und durchdachter Recruiting- und Onboarding-Prozess ist dabei entscheidend und kann letztlich zum Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen werden.
Welche Aspekte beim Azubi-Recruiting besonders wichtig sind
Folgende Regeln sollten Sie beim Recruiting von Azubis beherzigen:
- Wählen Sie eine differenzierte Ansprache für die jeweilige Zielgruppe – je nachdem, welche Azubis Sie suchen.
- Handeln Sie proaktiv: Gehen Sie frühzeitig auf potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten zu, über Social Media, Zusammenarbeit mit Schulen, Ausbildungsmessen, persönliche Kontakte etc.
- Bieten Sie Schnuppertage oder Praktikumsplätze an. Damit können Sie das Interesse junger Leute an Ihrem Unternehmen wecken.
- Beziehen Sie auch die Eltern möglicher Azubis als Ansprechpersonen mit ein. Denn die Eltern haben oft Einfluss auf die Entscheidung des Kindes, einen bestimmten Ausbildungsplatz zu wählen.
- Präsentieren Sie das Unternehmen ehrlich und authentisch: Versprechen Sie potenziellen zukünftigen Mitarbeitenden nichts, was Sie später nicht einhalten können.
- Prüfen Sie, ob Sie bestimmte Azubi-Zielgruppen erschließen können, die für Ihr Unternehmen interessant sein könnten, wie zum Beispiel Studienabbrecher oder Migranten.
Ausbildungsmarketing
Unternehmen sollten ein zielgruppengerechtes Ausbildungsmarketing betreiben. Dementsprechend sollten sich Arbeitgeber mit der Frage beschäftigen, was sie für die Zielgruppe besonders attraktiv macht.
Das kann zum Beispiel sein:
- das Produkt, das im Unternehmen hergestellt wird
- Karriereperspektiven
- die Unternehmenskultur
- Weiterbildungsmöglichkeiten
- eventuelle Auszeichnungen als Ausbildungsbetrieb
- der Standort des Unternehmens (zum Beispiel hoher Freizeitwert)
Die eigenen Stärken und die attraktiven Merkmale sollte das Unternehmen in den Vordergrund des Ausbildungsmarketings stellen.
Unternehmensdarstellung auf der Website
Arbeitgeber sollten großen Wert auf eine gut strukturierte Karriereseite und auf die Rubrik Ausbildung auf der Unternehmenswebsite legen. Hier können zusätzlich zu den Ausbildungsplatzangeboten
- Erfahrungsberichte von Auszubildenden sowie
- eine Beschreibung und Darstellung der besonderen Angebote und Merkmale platziert werden.
Das kann auch durch einen Blog zum Thema Ausbildung ergänzt werden, der von den Azubis selbst bespielt wird.
Denken Sie daran, im Rahmen einer Karriereseite nicht nur auf fachliche Aspekte einzugehen, sondern auch zwischenmenschliche Aspekte zu betonen und die Unternehmenskultur darzustellen.
Stellen Sie das Unternehmen authentisch dar und schüren Sie keine Erwartungen, die Sie im betrieblichen Alltag nicht einhalten können.
Und schließlich: Achten Sie darauf, die Karriereseite regelmäßig zu aktualisieren.
Präsenz auf Social Media
Um die Zielgruppe Azubis zu erreichen, ist es vor allem wichtig, als Unternehmen auf Social Media präsent zu sein. Sie sollten die Kanäle nutzen, die auch für Jugendliche und Ihre Zielgruppe maßgeblich ist.
Beispiele sind Instagram, TikTok oder YouTube. Mit kurzen Videoclips aus dem Azubi-Alltag kann man sich dort als Ausbildungsbetrieb präsentieren und potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten erreichen.
Auch hier gilt: Authentisch und ehrlich ist es, wenn die Beiträge von den jungen Menschen und Azubis in Ihrem Unternehmen erstellt werden. In einem Stil, der zu ihnen passt. Klassische Formate aus der Personalabteilung sind dafür nicht immer geeignet.
Systematisches und professionelles Onboarding
Nachdem sich das Unternehmen für einen Auszubildenden oder mehrere Auszubildende entschieden hat, gilt es, diesen oder diese möglichst schnell und reibungslos in den Betrieb zu integrieren.
Durch ein professionelles Onboarding kann verhindert werden, dass Azubis frühzeitig wieder abspringen.
Das Onboarding soll dazu beitragen, dass sich der oder die Neue von Beginn an im Unternehmen wohlfühlt und motiviert an die Ausbildung herangeht.
So steigen auch die Chancen, dass der Azubi langfristig im Unternehmen bleibt und dieses als attraktiven Arbeitgeber betrachtet und eventuell sogar weiterempfiehlt.
Ein systematisches Onboarding kann dazu beitragen, dass Auszubildende
- schnell im Unternehmen integriert werden,
- sich gut aufgehoben fühlen und motiviert sind,
- die Ausbildung nicht vorzeitig abbrechen,
- die Ausbildungsziele leichter erreichen,
- sich schnell weiterentwickeln und
- das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber weiterempfehlen.
Die Onboarding-Phasen
1. Vorbereitungsphase
Der Zeitraum vom Abschluss des Ausbildungsvertrags bis zum ersten Arbeitstag gilt als Preboarding- oder Vorbereitungsphase. In dieser Phase sollten Arbeitgeber den Azubis wichtige Informationen zum Unternehmen zukommen lassen und einen Einarbeitungsplan erstellen.
Außerdem wird empfohlen, in dieser Zeit – zum Beispiel per E-Mail oder WhatsApp – Kontakt zum künftigen Auszubildenden zu halten.
Es sollte ein Ansprechpartner zur Verfügung stehen, um mögliche offene Fragen zu klären.
Vor dem ersten Arbeitstag sollte der Ausbildungsplatz komplett ausgestattet und die jeweiligen Ausbilder sollten entsprechend vorbereitet werden.
2. Orientierungsphase und Integrationsphase
Legen Sie großen Wert auf die Gestaltung der ersten Ausbildungstage. Denn auch hier gilt: Der erste Eindruck zählt.
Sinnvoll kann es sein, einen Ausbildungspaten zu benennen, welcher die Azubis während der gesamten Ausbildungszeit im Betrieb unterstützt.
Innerhalb der ersten Tage und Wochen sollte der Azubi Ausbilder und Vorgesetzte, Ausbildungskollegen sowie die Arbeitsabläufe im Unternehmen kennenlernen.
Die sogenannte Integrationsphase dauert bis zum Ende der Probezeit. In dieser Phase geht es darum, neue Mitarbeitende durch aktive Maßnahmen fachlich und sozial in das Unternehmen und in das jeweilige Team zu integrieren, zum Beispiel durch Einführungsveranstaltungen oder Workshops.
Mitentscheidend für ein erfolgreiches Onboarding kann auch ein Feedback-Gespräch mit dem Azubi sein. Das sollte etwa zwei bis drei Monate nach Ausbildungsbeginn erfolgen. Dabei sollten fachliche Themen besprochen werden, aber vor allem auch
- persönliches Befinden des Azubis,
- die Zusammenarbeit im Team,
- die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten, Ausbildern und Mentor,
- die Berufsschule sowie
- Wünsche des Azubis und Erwartungen ans Unternehmen.
Das Feedback-Gespräch ist eine gute Möglichkeit, um herauszufinden, ob die gegenseitigen Erwartungen erfüllt werden und wie der Onboarding- und Ausbildungsprozess (bisher) verlaufen ist.
Frühzeitiges Kennenlernen
Oft ist es für Unternehmen hilfreich, bereits im Vorfeld einer Ausbildung einen Kontakt zu potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten aufzubauen, zum Beispiel über:
- Kooperation mit Schulen
- Ausbildungsmessen
- Praktikumsangebote
- Schnuppertage
Stellenausschreibungen pflegen
Veröffentlichen Sie die konkreten Angebote zu Ausbildungsplätzen auf Online-Jobportalen und auf Ihrer Firmen-Website.
Nutzen Sie auch die Bundesagentur für Arbeit für die Suche nach geeigneten Azubis.
Onboarding organisieren
Beachten Sie: Die ersten Tage und Wochen sind oft entscheidend dafür, dass Azubis „in ihrer Ausbildung ankommen“ und sie als Perspektive für sich selbst erkennen und annehmen.
Das gelingt insbesondere dann, wenn ihre Erwartungen mit dem übereinstimmen, was sie dann in Ihrem Betrieb erleben:
- Sie müssen sich in den ersten Tagen professionell betreut und fair behandelt fühlen.
- Sie wollen nicht überfordert und nicht unterfordert werden.
- Sie erwarten ehrliches und konstruktives Feedback.
- Sie brauchen Unterstützung, um sich im Team und mit ihren Aufgaben zurecht zu finden.
Planen Sie deshalb die ersten Tage und Wochen für Ihre Azubis sehr sorgfältig. Nutzen Sie dazu die folgende Vorlage.



