Arbeitstechniken für strukturiertes ArbeitenReizwortanalyse für Ideenfindung und neue Lösungsansätze

Mit der Reizwortanalyse finden Sie neue Ideen oder ungedachte Lösungsansätze für Ihre Aufgaben oder für ein Problem. Durch beliebige Begriffe oder Kombinationen von Reizwörtern setzen Sie Bilder und Gedanken frei und erzeugen Ideen, die Sie dann allein oder im Team weiter denken und diskutieren können.

Was ist eine Reizwortanalyse

Die Reizwortanalyse, auch semantische Intuition, ist eine Methode, die das Phänomen nutzt, dass Begriffe immer mit Assoziationen, Bildern im Kopf oder Denkprozessen, verknüpft werden. Bei der anfangs beziehungslosen Kopplung von Begriffen oder Wörtern, den Reizwörtern, können daraus dann verblüffend sinnhaltige Verknüpfungen hergestellt werden. Die Methode ist gut geeignet als Ergänzung zur systematischen Vorgehensweise bei der Lösungssuche, gewissermaßen als eingeschobene Entspannungsübung für das ermüdete Gehirn.

Praxis

So funktioniert die Reizwortanalyse

Sie können die Reizwortanalyse allein oder im Team durchführen. Zunächst betrachten Sie Ihr Problem, Ihre Aufgabe oder Ihr Thema, zu dem Sie kreativ Ideen oder gute Lösungsansätze suchen. Beschreiben und erläutern Sie das Thema, sodass alle eine gemeinsame Vorstellung davon haben, worum es geht. Dann wählen Sie Wörter oder Begriffe dazu aus.

Auswahl der Wörter und Begriffe

Je näher Sie bei der Auswahl Ihrer Begriffe bei Ihrem Thema bleiben, desto näher liegen die Ideen und mögliche Lösungen bei Ihrem Thema. Sie sind fokussierter, konkreter, auf das Thema bezogen. Allerdings schränken Sie damit die Ideenfindung auch ein.

Wenn Sie beliebige, zufällig ausgewählte Wörter oder Begriffe in Ihre Liste aufnehmen, entstehen Assoziationen, die zunächst gar nichts mit dem Thema zu tun haben. Sie können durch Zufallsziehung Wörter aus einem Lexikon oder Wörterbuch oder aus einem Text herausgreifen. Das Team soll dann durch Nachdenken und Diskussion herausfinden, worin doch eine Verbindung bestehen könnte.

Tragen Sie die Begriffe in der folgenden Vorlage im Tabellenblatt BEGRIFFE ein. Sie können bis zu drei Begriffslisten erstellen, aus denen dann Reizwörter und Reizwortkombinationen erzeugt werden. Sie können die Begriffe auch nach Wortart sortieren, zum Beispiel Substantiv, Verb oder Adjektiv – oder auch nicht.

Reizwörter erzeugen lassen

Im Tabellenblatt REIZWORTANALYSE dieser Vorlage können Sie über die Schaltfläche „Vorschlag erzeugen“ bis zu drei Wörter aus Ihren Listen zufällig kombinieren und anzeigen. Diese Begriffs- oder Wortkombination ist Grundlage für den nächsten Schritt.

Ideen, Lösungsansätze zu den Reizwörtern finden

Denken Sie (alle) nach, was die Reizwörter für Ihr Thema bedeuten könnten. Diskutieren Sie in der Gruppe in Bezug zu Ihrem Thema, Ihrer Aufgabe, Ihrem Problem – ohne Kritik, ohne Denkverbote, kreativ, mit Spaß, frei von Werten und Zwängen:

  • Was fällt uns alles ein zu den Reizwörtern …?
  • Was könnte funktionieren?
  • Wie könnten wir erreichen, dass es funktioniert?

Halten Sie alle Beiträge am Flipchart oder auf Karten und Pinnwand fest.

Lassen Sie weitere Reizwörter oder Begriffskombinationen erzeugen. Sammeln Sie Ideen und Lösungsansätze auch zu diesen Reizwörtern.

Ideen und Lösungsansätze weiter betrachten, vertiefen, bewerten

Erweitern Sie dann den Denkprozess und die Diskussion, indem Sie weitere Fragen ins Spiel bringen. Zum Beispiel:

  • Was funktioniert nicht?
  • Was müsste (bei den Rahmenbedingungen) geändert werden?
  • Was könnten wir erreichen mit (Reizwort, Idee, Lösungsansatz)?
  • Was würde Person X (nicht im Raum) dazu sagen?
  • Was wäre damit eine ideale Lösung?
  • Was sollten wir dabei vermeiden?

Hilfreich ist in dieser Phase, wenn Sie das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Eine hilfreiche Methode dafür sind die sechs Denkhüte von Edward de Bono.

Tipp: Wie Sie mit Fragetechniken arbeiten

Weitere Fragen, die Ihnen an dieser Stelle weiterhelfen können, finden Sie in den Handbuch-Kapiteln zu Fragetechniken und zu systemischen Fragen.

Ergebnisse festhalten und nächste Schritte planen

Wählen Sie am Ende eine bis fünf vielversprechende Ideen oder Lösungsansätze aus, die Sie weiterverfolgen wollen. Legen Sie gemeinsam fest, was dem entsprechend nun die nächsten Schritte sind:

  • Braucht es noch weitere Ideen? Fehlt noch der zündende Gedanke? Sind Sie mit dem Ergebnis noch nicht so richtig begeistert? Dann lassen Sie alles ein paar Tage ruhen. Treffen Sie sich danach noch einmal und prüfen Sie, ob jemandem noch eine gute Idee eingefallen ist.
  • Ist (mindestens) eine der Ideen oder Lösungsansätze vielversprechend? Sind alle davon begeistert – oder können sich zumindest vorstellen, dass eine gute Lösung daraus wird? Dann sollte diese weiter ausgearbeitet werden; zum Beispiel in Form eines Konzepts, eines Produktplans oder eines Prototyps.

Weitere Erläuterungen und eine Zusammenfassung der Vorgehensweise finden Sie in dieser Vorlage.

Ein Werkzeug, um Ideen und Ergebnisse eines Brainstormings oder der Reizwortanalyse aufzuschreiben und zu visualisieren, ist das Mindmapping. Damit schaffen Sie wirkungsvolle Bilder von komplexen und vielfältigen Themen. Im folgenden Abschnitt des Handbuch-Kapitels lesen Sie, wie Mindmaps entwickelt werden.